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«Alles muss raus»: Das Amerigo in der Gustavstraße verabschiedet sich – Amtsgericht stellt Masseunzulänglichkeit fest

5. Februar 2026 ,
Das «Amerigo» in der Gustavstraße 16 schließt nach fünf Jahren: Im Insolvenzverfahren wurde Masseunzulänglichkeit festgestellt. (Foto: Roland Beck)Das «Amerigo» in der Gustavstraße 16 schließt nach fünf Jahren: Im Insolvenzverfahren wurde Masseunzulänglichkeit festgestellt. (Foto: Roland Beck)

Es ist ein leiser Abschied in einer der lautesten und lebendigsten Straßen der Stadt. Fünf Jahre lang war das «Amerigo» in der Gustavstraße 16 eine feste Adresse im Fürther Nachtleben, nun zwingen wirtschaftliche Fakten die Betreiber zur Aufgabe. Das Amtsgericht Fürth veröffentlichte am 3. Februar 2026 die Mitteilung, dass im Insolvenzverfahren über das Vermögen der AMERIGO Gastro und Catering UG Masseunzulänglichkeit vorliegt.

Was im Amtsdeutsch sperrig klingt, hat für das Unternehmen und seine Gläubiger harte Konsequenzen. Masseunzulänglichkeit bedeutet vereinfacht gesagt: Die Kasse ist fast leer. Zwar ist noch genug Geld vorhanden, um die Kosten für das Gericht und den Insolvenzverwalter zu bezahlen, doch für alle anderen Schulden, die während des laufenden Verfahrens angefallen sind, reichen die Mittel nicht mehr aus. Juristisch ist dies oft der letzte Schritt vor der endgültigen Abwicklung.

Für den Geschäftsführer und sein Team endet damit ein Kapitel. Auf Facebook blicken sie dennoch dankbar zurück. Das Amerigo sei «mehr als ein Laden» gewesen, ein Ort, an dem Menschen zusammengekommen sind, um den «Vibe» zu fühlen. Ihr Motto «Komm als Fremder, geh als Freund» habe sich in den fünf Jahren oft bewahrheitet.

Nun aber regiert der Pragmatismus. Mit der Ankündigung «Alles muss raus» laden die Macher ihre Gäste ein, die Bestände bei letzten gemeinsamen Abenden zu leeren. Wie es für die Betreiber persönlich weitergeht, ließen sie offen – es gehe «nicht weg – aber anders» weiter. Ein Anliegen bleibt ihnen jedoch: Die Gustavstraße 16 soll kein toter Winkel werden. Sie rufen dazu auf, Ideen und potenzielle Nachfolger zu melden, damit an diesem Ort bald wieder neuer Freiraum für Fürther Nachtschwärmer entsteht.