Was heute als selbstverständliches historisches Ensemble rund um die Kirche St. Michael wahrgenommen wird, stand einst kurz vor der Vernichtung. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Altstadtvereins Fürth widmet sich eine neue Fernsehdokumentation der Geschichte dieses bürgerschaftlichen Engagements. Die Filmemacher Julia Thomas und Thomas Steigerwald von der Medien PRAXIS e. V. haben das Vereinsleben über einen längeren Zeitraum begleitet. Der erste Teil ihrer zweiteiligen Reportage wird am morgigen Sonntag, dem 8. Februar 2026, im Fernsehen ausgestrahlt.
Die Ausgangslage für die Gründung des Vereins war dramatisch. Wie Zeitzeugen in der Dokumentation berichten, habe eine damals «vollkommen unzerstörte Altstadt» existiert, bis der Stadtrat den Beschluss gefasst habe, das Areal «komplett platt» zu machen. Aus dieser Bedrohungslage heraus sei die Idee entstanden, die Vereinigung zu gründen, um die historische Bausubstanz vor der sogenannten Flächensanierung und Verkehrsplanung zu retten.
Der Film dokumentiert nicht nur den politischen Protest und die Überzeugungsarbeit, sondern auch den physischen Einsatz der Mitglieder. In Rückblicken wird geschildert, wie Enthusiasten versuchten, die Gebäude in Eigenleistung zu retten. Laut den Aufnahmen hingen damals fünf bis zehn Personen an den Häusern, klopften alten Putz ab und versuchten, Balken freizulegen und zu erhalten.
Neben der baulichen Rettung thematisiert der Beitrag auch die soziokulturelle Bedeutung des Vereins für das Viertel. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es gewesen, Leben in die Altstadt zu bringen und dieses zu erhalten. Ziel sei ein Umfeld, in dem sich die Bewohner kennen und grüßen, was als ein «wichtiger Faktor für ein Viertel oder auch für eine Stadt» bezeichnet wird. Zu den im Film gezeigten Aktivitäten zählen unter anderem der bekannte Grafflmarkt, die Nutzung der Freibank sowie diverse Märkte und Kooperationen.
Der erste Teil der Dokumentation ist am 8. Februar 2026 um 19:30 Uhr auf Franken Fernsehen zu sehen. Wiederholungen folgen um 21:30 Uhr und 23:30 Uhr. Über den Satellitensender Franken Plus wird der Beitrag um 21:45 Uhr ausgestrahlt. Ab dem kommenden Montag soll das Video zudem auf dem YouTube-Kanal der Medien PRAXIS abrufbar sein. Ein zweiter Teil der Reportage befindet sich laut Angaben der Filmemacher noch in der Produktion.
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