In Oberasbach ist aus einer seit Jahren bekannten Fläche für Windkraft ein politischer Streit geworden. Nach Angaben der Stadt Oberasbach kursierten dort in den vergangenen Tagen anonyme Flugblätter, in denen der grünen Stadtratsfraktion und Bürgermeister Thomas Diebenbusch verdeckte Pläne für eine rund 290 Meter hohe Windkraftanlage unterstellt würden. Die Stadt weist diese Darstellung zurück. Für die Behauptung gebe es keine faktische Grundlage.
Auslöser der Debatte ist nach Darstellung der Stadt ein Gespräch, das nicht von der Stadt selbst, sondern von einer privaten Initiative angestoßen worden sei. Beteiligt gewesen seien die N-Ergie, die Energiegenossenschaft EWERG und Eigentümer von Grundstücken auf der Windvorbehaltsfläche in Rehdorf. Auch Bürgermeister Diebenbusch sei eingeladen worden. Er habe den Termin wahrgenommen, weil er mit den Betroffenen sprechen und ihre Fragen hören wolle.
Die Fläche südwestlich von Rehdorf ist dabei nicht neu ausgewiesen worden. Nach Angaben der Stadt besteht dort seit mehr als 25 Jahren eine Windvorbehaltsfläche. Damit könne grundsätzlich ein Investor tätig werden. Seit 2023 sei dafür nach Darstellung der Stadt kein Bauleitverfahren mehr erforderlich. Ein direktes Mitspracherecht von Bürgermeister oder Stadtrat bestehe in diesem Fall nicht.
Öffentlich beraten wurde das Thema bereits im September 2025 im Oberasbacher Stadtrat. Damals stellten N-Ergie und EWERG ihre Projektabsicht vor. Laut städtischer Darstellung ging es um die Möglichkeit, eine Anlage in Oberasbach gemeinsam mit weiteren Anlagen in Stein und Rohr zu entwickeln. Eine Bürgerveranstaltung sollte Gelegenheit geben, Fragen zu stellen und Informationen einzuholen.
Genau diese Informationsveranstaltung scheiterte jedoch im Stadtrat. Die damalige Bürgermeisterin Birgit Huber und die Verwaltung hatten nach Angaben der Stadt vorgeschlagen, dass N-Ergie und EWERG das Projekt öffentlich vorstellen und Fragen beantworten. Der Stadtrat lehnte dies laut Pressemitteilung mit 13 zu 9 Stimmen ab.
Diebenbusch macht nun deutlich, dass er eine solche Veranstaltung weiterhin für wichtig hält. Transparenz und Bürgerbeteiligung bedeuteten, mit den Menschen zu sprechen, ihre Fragen zuzulassen und ihre Haltung zum Projekt zu hören. Derzeit gehe es nicht um ein Für oder Gegen zur Windkraftanlage. Als Vertreter der Stadt sei er aber an den Stadtratsbeschluss gebunden und könne selbst nicht zu einer städtischen Info-Veranstaltung einladen. Er wolle sich jedoch dafür einsetzen, dass eine Veranstaltung mithilfe anderer Gruppen möglich werde.

