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Geflügelhof Schwab in Stein: Wie ein Familienbetrieb auf Direktvermarktung setzt

29. September 2026, 10:52 Uhr
Auf dem Geflügelhof Schwab in Stein werden unter anderem Hühner und Gänse gehalten. Der Familienbetrieb schlachtet selbst und verkauft einen Teil seiner Erzeugnisse direkt im eigenen Hofladen. Foto: LRA FürthAuf dem Geflügelhof Schwab in Stein werden unter anderem Hühner und Gänse gehalten. Der Familienbetrieb schlachtet selbst und verkauft einen Teil seiner Erzeugnisse direkt im eigenen Hofladen. Foto: LRA Fürth

Die Geschichte des Geflügelhofs Schwab beginnt lange bevor Hähnchen, Gänse und Eier dort zum wichtigsten Betriebszweig wurden. Schon 1337 ist der Hof in Loch (Stadt Stein) erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1655 gehört er derselben Familie. Heute werden dort Tiere aufgezogen, im eigenen Betrieb geschlachtet und anschließend direkt verkauft.

Dabei war der Hof nicht immer auf Geflügel spezialisiert. Die Eltern des früheren Betriebsinhabers hielten Milchvieh und Schweine und betrieben Ackerbau. Einige Masthähnchen wurden zunächst lediglich für den eigenen Bedarf gehalten. Weil auch Freunde und Bekannte Interesse hatten, wuchs daraus nach und nach ein eigener Betriebszweig. Später kamen Legehennen, Gänse und Puten hinzu.

Landrat Bernd Obst und Steins Erster Bürgermeister Bertram Höfer informierten sich bei einem Besuch im Rahmen der Initiative «Gutes aus dem Fürther Land» über den Betrieb. «Der Geflügelhof Schwab zeigt, wie sich ein landwirtschaftlicher Betrieb über Generationen weiterentwickeln und dabei seinen familiären Charakter bewahren kann», sagte Obst. Auch Höfer verwies auf die lange Geschichte des Hofes: «Ich bin stolz, dass unsere Stadt einen so traditionsreichen Betrieb hat.»

1991 übernahm Helmut Schwab den Hof und führte ihn ab 1993 im Nebenerwerb. Seit 1998 besteht die Schwab GbR. Sohn Daniel kam 2018 als Mitgesellschafter hinzu. Im Juli 2025 übernahm er den Betrieb und führt ihn heute gemeinsam mit seiner Frau ebenfalls im Nebenerwerb.

Auf dem Hof leben derzeit unter anderem rund 120 Gänse und 100 Hühner. Hinzu kommen Masthähnchen: Etwa alle drei Wochen werden rund 80 Tiere neu eingestallt. Sie werden im Alter von ungefähr drei Wochen zugekauft und nach weiteren vier bis fünf Wochen geschlachtet. Die Schlachtung findet direkt auf dem Hof statt und erfolgt wöchentlich.

Auch bei den anderen Geflügelarten richtet sich der Rhythmus nach der jeweiligen Vermarktung. Legehennen kommen mit etwa 18 Wochen auf den Hof und werden nach rund einem Jahr Legezeit als Suppenhühner verkauft. Die jungen Gänse werden im Juni eingestallt. Ihre wichtigste Verkaufszeit liegt rund um den Martinstag und Weihnachten. Puten kommen Ende Oktober auf den Hof und werden für Weihnachten aufgezogen. Gefüttert werden die Tiere mit einer hofeigenen Mischung aus Weizen, Mais, Soja, Mineralfutter, Kalk und Futteröl.

Verkauft werden die Erzeugnisse direkt im Hofladen. Aus eigener Produktion stammen unter anderem ganze und zerlegte Hähnchen auf Vorbestellung, Geflügelwurst, Eier, Obst, Fruchtaufstriche und Obstbrände. Ergänzt wird das Sortiment um Produkte anderer regionaler Anbieter wie Bauernbrot, Nudeln, Honig, Eierlikör, Rapsöl und Kartoffeln.

Mit «Gutes aus dem Fürther Land» stellt der Landkreis regionale Erzeuger und ihre Produkte vor. Ziel der Initiative ist es, regionale Wirtschaftskreisläufe und die Wertschöpfung vor Ort zu stärken.

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