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Parken von Wohnmobilen und Anhängern am Dullikener Platz in Ammerndorf: Gemeinde setzt auf günstigen Parkausweis statt Verbote

13. Mai 2026 ,
Der Gemeinderat will das Parken auf dem Dullikener Platz in Ammerndorf bewusst nicht verhindern, sondern attraktiver machen. Foto: Roland BeckDer Gemeinderat will das Parken auf dem Dullikener Platz in Ammerndorf bewusst nicht verhindern, sondern attraktiver machen. Foto: Roland Beck

Auf dem Dullikener Platz in Ammerndorf bleibt die Parksituation vorerst eine Regelung im Übergang. Eine endgültige neue Beschilderung steht nach Angaben der Gemeinde noch aus. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 20. April entschieden, dass die im Februar beschlossene Regelung weiterhin gelten soll. Derzeit können PKWs ohne zeitliche Begrenzung dort parken. In Zukunft ist die Begrenzung auf drei Stunden oder für Dauerparker mit Ausweis geplant, erläuterte die neue Bürgermeisterin Marlen Laurien (SPD) auf Anfrage von Fürth Aktuell.

Auf der westlichen Seite im asphaltierten Bereich sollen nur Pkw parken dürfen. Auf dem übrigen Platz sollen Ammerndorfer Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen abstellen dürfen. Wer länger als drei Stunden parkt, benötigt dann dafür einen Parkausweis. Während der Kärwa-Zeit soll die Nutzung ausgenommen sein.

Das Areal wird zwar auch immer wieder als Abstellort für Wohnmobile genannt. Allerdings: Der Dullikener Platz ist laut der neuen Ersten Bürgermeisterin kein klassischer Wohnmobil-Stellplatz mit touristischer Ausrichtung. Vielmehr gehe es um eine geordnete Parkmöglichkeit. Hintergrund der Diskussion ist die Frage, wie Ammerndorf mit größeren Fahrzeugen, Wohnmobilen und Anhängern in Wohnstraßen umgeht. Nach Angaben von Marlen Laurien wollte der Gemeinderat das Parken auf dem Dullikener Platz nicht verhindern, sondern attraktiver machen. Gleichzeitig solle das dauerhafte Abstellen besonders von Anhängern und Wohnmobilen in Wohnstraßen weniger attraktiv werden.

Bei der Gebühr für Dauerparker entschied sich die Gemeinde für einen vergleichsweise niedrigen Betrag. Vorgesehen ist nach Angaben der Bürgermeisterin eine Jahresgebühr von 100 Euro. Eine Gebühr von 1.000 Euro, wie sie im Raum stand, hätte aus Sicht der Verwaltung eher dazu geführt, dass Fahrzeuge weiterhin im öffentlichen Straßenraum oder in Wohngebieten abgestellt würden. Mit der moderaten Gebühr wolle die Gemeinde einen realistischen Anreiz schaffen, den vorgesehenen Platz tatsächlich zu nutzen.

Rechtliche Bedenken sieht die Verwaltung nach eigener Darstellung derzeit nicht grundsätzlich. Laurien verwies auf vergleichbare Modelle, etwa beim Bewohnerparken. Sollte die Nachfrage künftig deutlich steigen, müsse die Regelung regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, damit sie weiterhin fair und rechtssicher bleibe.

Ob die Regelung tatsächlich zu einer Entlastung der Wohnstraßen führt, lässt sich laut der Ersten Bürgermeisterin bislang noch nicht belastbar sagen. Da die endgültige Regelung noch nicht offiziell in Kraft getreten ist, gebe es derzeit keine verlässliche Grundlage für eine Bewertung. Auch die endgültige Beschilderung fehlt noch.

Laurien bezeichnete das Thema als Suche nach einer vernünftigen und alltagstauglichen Lösung. Große Fahrzeuge, Wohnmobile und Anhänger führten in Wohnstraßen zunehmend zu Konflikten, gehörten aber zugleich zum Alltag vieler Menschen. «Politik muss Probleme lösen – nicht neue schaffen. Wenn wir wollen, dass Fahrzeuge aus engen Wohnstraßen verschwinden, dann brauchen wir eine Lösung, die praktikabel, fair und für die Menschen auch bezahlbar ist», erklärte die Bürgermeisterin gegenüber unserer Redaktion.