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Volles Haus in der Alten Kirche: So plant Bertram Höfer die Zukunft von Stein

12. Mai 2026
Der neu gewählte Stadtrat von Stein tagte erstmals in der Alten Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. (Foto: Stadt Stein)Der neu gewählte Stadtrat von Stein tagte erstmals in der Alten Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. (Foto: Stadt Stein)

Der neu gewählte Stadtrat der Stadt Stein hat seine Arbeit aufgenommen. Das Publikumsinteresse an der ersten Sitzung der neuen Wahlperiode war enorm. Die Veranstaltung fand in der Alten Kirche statt, die bis auf den letzten Platz gefüllt war, sodass etliche Bürger das Geschehen im Stehen verfolgen mussten. Der neue Erste Bürgermeister Bertram Höfer (CSU) sprach die Platznot direkt an und erklärte, dass die Alte Kirche derzeit die größte verfügbare Veranstaltungsräumlichkeit der Kommune sei.

In seiner Antrittsrede skizzierte Höfer die politischen Leitlinien für die kommenden Jahre. Er zollte seinem Vorgänger Kurt Krömer großen Respekt für dessen Leistungen und kündigte an, auf dem Entstandenen aufzubauen, aber gleichzeitig neue Wege zu gehen. «Ich werde keine einsamen Entscheidungen treffen, sondern den Stadtrat und die Bürger einbeziehen», versprach der Rathauschef.

Ein besonderes Augenmerk legte Höfer auf die angespannte finanzielle Situation der Kommunen. Alles, was die Stadt ausgeben wolle, müsse im Vorfeld erwirtschaftet werden. Schulden dürften dabei keine Dauerlösung sein. Als maßgebliche Herausforderungen für die nahe Zukunft benannte er das städtebauliche Großprojekt Weihersberg im Westen der Stadt, zwingend notwendige Investitionen in Schulen und Sport sowie die hohe Verkehrsbelastung auf der Bundesstraße 14. Eine U-Bahn-Anbindung bleibe ein Generationenprojekt, das man weiterverfolgen müsse. Für die Gegenwart forderte Höfer jedoch rasch umsetzbare, pragmatische Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr. Auch die Unterstützung von Kirchen, Vereinen und Familien nannte er als wichtiges Anliegen und tragende Säulen der Gesellschaft.

Die offizielle Vereidigung des neuen Bürgermeisters übernahm das älteste Stadtratsmitglied, Lothar Kirsch von der Steiner Bürger Gemeinschaft (SBG). Im Anschluss vereidigte Höfer die neu gewählten Mitglieder des Rates.

Das Gremium beschloss, auch in dieser Amtszeit zwei ehrenamtliche Stellvertreter des Bürgermeisters zu bestellen. Zum Zweiten Bürgermeister wählten die Räte Christian Weber (Grüne), der 21 von 25 abgegebenen Stimmen erhielt. Das Amt des Dritten Bürgermeisters ging an Armin Schläger (SBG) mit 22 Stimmen.

Für die Besetzung der Ausschüsse einigte sich der Rat auf das Berechnungsverfahren nach Hare/Niemeyer. Dies stellt sicher, dass alle im Stadtrat vertretenen Gruppierungen mit mindestens einem Mitglied in den Ausschüssen präsent sind. Zudem billigte das Gremium eine überarbeitete Geschäftsordnung, welche die Befugnisse der Ausschüsse und des Bürgermeisters anpasst. Höfer kündigte an, diese im Laufe der Wahlperiode weiter zu optimieren. Geplant sind unter anderem ein «Bau-Turbo» für schnellere Baugenehmigungen sowie die Prüfung von Videoaufzeichnungen der Sitzungen, um die Transparenz für die Bürger zu erhöhen.

Zum Ende der Sitzung gaben die Fraktionsvorsitzenden in kurzen Grußworten Einblicke in ihre politischen Prioritäten. Norbert Stark (CSU) hieß die zehn neuen Mitglieder willkommen und äußerte die Hoffnung auf sachliche Debatten zum Wohl der Stadt. Die erste Sitzung habe bereits gezeigt, dass eine gute Zusammenarbeit möglich sei.

Klaus Lösel (SBG) nannte das geplante Quartier am Weihersberg, die dort vorgesehene neue Grundschule sowie neue Sportflächen als Kernziele seiner Fraktion. Auch für Helga Riedl (Grüne) steht der Weihersberg im Fokus. Sie forderte, dass die finanzielle Vorleistung der Stadt nun zurückfließen müsse, und betonte zudem Klimaschutz und eine nachhaltige Infrastruktur. Walter Nüßler (SPD) stufte den Weihersberg ebenfalls als zentrales Thema ein. Gleichzeitig schloss er eine Kooperation seiner Fraktion mit der AfD aufgrund von Zweifeln an deren Verfassungstreue kategorisch aus.

Harald Schork (AfD), dessen Gruppierung neu im Rat vertreten ist, sieht die Schwerpunkte bei der Lösung des Verkehrsproblems auf der B14, der U-Bahn-Verlängerung im Verbund mit Nürnberg sowie der Ausweisung neuer Gewerbeflächen.

Gabriele Stanin (Freie Wähler) appellierte, städtische Pflichtaufgaben wie Infrastruktur, Weihersberg und Sportplätze an die erste Stelle zu setzen. Wolff Fülle (FDP) rief dazu auf, mutig zu gestalten und nicht nur zu verwalten. Er wolle sich mit liberaler Haltung einbringen. Andreas Selz (Linke) bedankte sich für seine Wahl zum Kulturreferenten. Seine Schwerpunkte werde er auf ein modernes pädagogisches Grundschulkonzept und den Umweltschutz legen.