Im kultur.lokal.fürth wird das Buch Anfang Juni aus seiner gewohnten Rolle gelöst. Es bleibt nicht nur Träger von Geschichten, Wissen oder Erinnerungen. In der Ausstellung «Gedanken.Raum.Buch» wird es zum Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung. Ilona Keil-Beruchashvili und Sabine Neubauer zeigen vom 4. bis 14. Juni 2026 aktuelle Arbeiten, die sich mit Literatur, Sprache, Buchobjekten und den materiellen Eigenschaften von Text beschäftigen. Die Ausstellung ist an acht Tagen im kultur.lokal.fürth zu sehen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Titel «Gedanken.Raum.Buch» deutet bereits an, dass es nicht um Bücher als bloße Gegenstände geht. Die Künstlerinnen betrachten das Buch als Denkraum, als kulturelles Zeichen und als Ausgangspunkt für Fragen.
Ilona Keil-Beruchashvili beschäftigt sich mit der Sprache von Buchtiteln. Ihr besonderes Interesse gilt Titeln aus dem Bereich der sogenannten «Frauenliteratur». Seit vielen Jahren sammelt sie Titel, in denen Frauenbezeichnungen und Frauenberufe vorkommen. Mehr als 550 Titel sind nach Angaben des Kulturamts inzwischen zusammengekommen. Aus dieser Sammlung entstehen künstlerische Arbeiten, aber auch Fragen: Wie werden Buchtitel vergeben? Welche Bilder von Frauen werden darin sichtbar? Und was sagt ein Titel über Literatur, Vermarktung und gesellschaftliche Erwartungen aus?
Sabine Neubauer nähert sich dem Thema aus der Textilkunst. Sie arbeitet mit der Nähe der Begriffe «Text», «Textil» und «Textur». Was im Buch als literarischer Stoff erscheint, wird bei ihr zu Fläche, Gewebe und Raum. Ihre Arbeiten lösen sich von Heftung und Bindung und öffnen damit einen anderen Blick auf das Buch. Nach Angaben des Kulturamts versteht Neubauer Bücher als Gedankenräume, die Menschen miteinander verbinden können.
Begleitet wird die Ausstellung von Gesprächen und Beiträgen aus der Buchwissenschaft. Kooperationspartner sind Dr. Volker Titel vom Institut für Buchwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Studenten der Buchwissenschaft und Heinz Krekeler von der Buchhandlung Edelmann. Am Donnerstag, 4. Juni, beginnt um 17 Uhr ein Künstlergespräch. Am Donnerstag, 11. Juni, stellen ab 14.15 Uhr Studenten der Buchwissenschaft ihre Projekte vor. Um 19 Uhr folgt eine Gesprächsrunde mit Heinz Krekeler und Dr. Volker Titel. Themen sind unter anderem «Das Phänomen Frauenliteratur», «Reclam als kulturelles Vermächtnis» und «Zukunft des Buches». Am Sonntag, 14. Juni, spricht Sabine Neubauer ab 15 Uhr über die Frage, was Menschen mit den kleinen gelben Reclam-Heften verbindet.
Geöffnet ist «Gedanken.Raum.Buch» am 4., 5., 6., 7., 11., 12., 13. und 14. Juni jeweils von 14 bis 19 Uhr. Während der gesamten Laufzeit sollen Ilona Keil-Beruchashvili und Sabine Neubauer vor Ort sein. Damit wird die Ausstellung nicht nur zur Präsentation fertiger Arbeiten, sondern auch zu einem Ort des Austauschs. Das passt zum kultur.lokal.fürth, das als Modellprojekt des Kulturamts Künstlern aus der Metropolregion Raum, Sichtbarkeit und Austausch mit dem Publikum ermöglichen soll.
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