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Große Anteilnahme bei der Trauerfeier für Anette Reichstein in Fürth

21. Juni 2026, 11:04 Uhr ,
Große Anteilnahme bei der Trauerfeier für Anette Reichstein in der evangelischen Kirche St. Martin. (Foto: Mia Stadelmann)Große Anteilnahme bei der Trauerfeier für Anette Reichstein in der evangelischen Kirche St. Martin. (Foto: Mia Stadelmann)

Die Zahl der Trauernden war überwältigend, die öffentliche Anteilnahme sichtlich groß. Als am Samstag in der evangelischen Kirche St. Martin die Trauerfeier für Anette Reichstein stattfand, blieb kein einziger Platz leer. Rund 300 Weggefährten und Bürger waren gekommen, um der ehemaligen Fürther Stadträtin die letzte Ehre zu erweisen. Selbst in den Gängen und im Eingangsbereich standen die Menschen dicht an dicht. Eine derartige Fülle habe die Gemeinde nach den Worten der Pfarrerin zuvor noch nicht erlebt.

Der sehr musikalisch gestaltete Gottesdienst bot einen würdigen Rahmen für den Abschied. In persönlichen Trauerreden würdigten Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, der Landtagsabgeordnete Horst Arnold sowie Karin Vigas von der Arbeiterwohlfahrt das Leben und Wirken von Anette Reichstein.

Die Fürtherin, die am 3. Juni 2026 im Alter von 75 Jahren verstorben war, hinterlässt eine spürbare Lücke in der Fürther Stadtgesellschaft. Das spiegelte sich auch in der Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens wider. Für die Familie war diese breite Unterstützung ein großer Trost. Die Angehörigen zeigten sich angesichts der großen Resonanz tief gerührt und überaus dankbar für die erwiesene Zuneigung.

Anette Reichstein hatte sich zeitlebens für andere eingesetzt. Achtzehn Jahre lang saß sie im Stadtrat, arbeitete im Büro des Landtagsabgeordneten Horst Arnold und übernahm ab 2002 die Aufgabe der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Ihr Wirken reichte jedoch weit über die politische Bühne hinaus. Sie gehörte zu den Gründerinnen des Fürther Frauenhauses und des örtlichen Diakonievereins. Die Gemeinde St. Martin profitierte seit 1994 von ihrer Arbeit im Kirchenvorstand. Auch als Jugendschöffin und in der Arbeiterwohlfahrt bewies sie unermüdlichen Einsatz. Mit dem Goldenen Kleeblatt, das sie 2020 erhielt, wurde ihr Lebenswerk bereits zu Lebzeiten passend gewürdigt.