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4-Tage-Woche im OP: Klinikum Fürth für innovatives Arbeitszeitmodell ausgezeichnet

27. Juni 2026, 10:22 Uhr ,
Innovatives Arbeitszeitmodell im Klinikum Fürth: Für die Einführung der Viertagewoche im Operationssaal erhielt das Krankenhaus den Innovationspreis des Netzwerks Klinik Kompetenz Bayern. (Foto: Symbolbild)Innovatives Arbeitszeitmodell im Klinikum Fürth: Für die Einführung der Viertagewoche im Operationssaal erhielt das Krankenhaus den Innovationspreis des Netzwerks Klinik Kompetenz Bayern. (Foto: Symbolbild)

Das Klinikum Fürth hat für die Einführung der Viertagewoche im Operationssaal den Innovationspreis des Netzwerkes Klinik Kompetenz Bayern erhalten. Im Rahmen der Jahrestagung in Beilngries würdigte die Organisation das Krankenhaus für dieses wegweisende Projekt. Das Modell gilt als deutschlandweites Novum und soll nun auch als Vorbild für andere Kliniken dienen.

Ursprünglich startete die Viertagewoche im November 2023 als sechsmonatiges Pilotprojekt. Mittlerweile ist das Konzept fest im Regelbetrieb verankert und hat sich im Alltag bewährt. Christoph Raspé, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie stellvertretender Ärztlicher Direktor, zieht eine überaus positive Bilanz. In allen Belangen sei das eingetreten, was sich die Verantwortlichen erhofft hatten. Er betont vor allem die Wahlfreiheit der Mitarbeiter. Diese können jeden Monat flexibel entscheiden, ob sie die Viertagewoche nutzen oder bei der klassischen Fünftagewoche sowie bei Teilzeitmodellen bleiben möchten.

Die Idee hinter dem Modell entspringt der harten Realität im Krankenhausalltag. Bislang führten Notfälle und unerwartet lange Operationen ohnehin sehr oft zu ungeplanten Überstunden. Die Pflegekräfte absolvierten de facto häufig zehn Stunden pro Schicht. Mit dem neuen Modell wird die reguläre Wochenarbeitszeit nicht gekürzt, sondern lediglich umverteilt. Die Mitarbeiter arbeiten nun regulär zehn Stunden pro Tag an vier Tagen und haben dafür drei Tage frei. Statt elf Diensten in vierzehn Tagen fallen nun nur noch acht bis neun Einsätze an.

Dieser gewonnene Freiraum sorgt für eine deutlich bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie Auswertungen zeigen, nutzt mittlerweile gut ein Drittel der Belegschaft im Funktionsdienst das Angebot, wobei das Modell besonders in den Sommermonaten sehr beliebt ist.

Von der Innovation profitieren jedoch nicht nur die Mitarbeiter. Auch für die Patienten ergeben sich konkrete Vorteile. Da das Personal weniger stark belastet ist und weniger Schichtwechsel anfallen, erhöht sich die Versorgungsqualität. Weniger Übergaben bedeuten gleichzeitig eine spürbar höhere Patientensicherheit.

Darüber hinaus profitiert das Klinikum Fürth als Arbeitgeber. In Zeiten des massiven Fachkräftemangels verschafft das Arbeitszeitmodell dem Haus einen echten Wettbewerbsvorteil. Raspé berichtet von einem deutlichen Anstieg der Bewerberzahlen seit Beginn des Projekts. Mehr Personal bedeutet wiederum, dass die Operationssäle durchgängig ausgelastet werden können.