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Stadtrat Oberasbach stimmt mit großer Mehrheit für Erhöhung der Wassergebühren um 98 Prozent

29. Juni 2026, 20:58 Uhr
Oberasbach erhöht die Wassergebühren deutlich: Der Stadtrat hat einer Verdopplung des Preises zugestimmt. (Foto: Symbolbild)Oberasbach erhöht die Wassergebühren deutlich: Der Stadtrat hat einer Verdopplung des Preises zugestimmt. (Foto: Symbolbild)

Für Haushalte in Oberasbach wird Trinkwasser ab Herbst deutlich teurer. Der Stadtrat hat am Montagabend beschlossen, die Verbrauchsgebühr zum 1. Oktober 2026 von bisher 2,08 Euro netto auf 4,12 Euro netto pro Kubikmeter anzuheben. Damit steigt der Preis um rund 98 Prozent.

Der Entscheidung ging eine längere Debatte in der Sitzung voraus. Grundlage ist eine Neukalkulation durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband. Danach hat sich im laufenden Kalkulationszeitraum von Oktober 2022 bis September 2026 eine Unterdeckung von rund 2,1 Millionen Euro aufgebaut. Diese Summe muss, wie Kämmerer Bernd Fürchtenicht erläuterte, im nächsten Zeitraum bis September 2030 ausgeglichen werden. Pro Jahr entspricht das rund 530.000 Euro.

Als Gründe wurden in der Sitzung mehrere Faktoren genannt. Die Betriebskosten seien gestiegen, zugleich sei weniger Wasser verbraucht worden. Hinzu kamen hohe Kosten für den Wassereinkauf und mehrere Rohrbrüche. Besonders teuer war ein Rohrbruch auf Höhe des McDonalds auf der Rothenburger Straße, der allein mit 250.000 Euro zu Buche schlug.

Erster Bürgermeister Thomas Diebenbusch verwies außerdem auf das Alter des Leitungsnetzes. Dieses stamme in Teilen aus den 1950er- und 1960er-Jahren. In den vergangenen Jahren sei bereits investiert worden.

Ein weiterer Bestandteil der Kalkulation ist der neue «Wassercent» in Bayern. Er wird zum 1. Juli 2026 eingeführt und beträgt 10 Cent pro entnommenem Kubikmeter Grundwasser. Außerdem wurden in der Sitzung Investitionen von rund vier Millionen Euro für die Jahre 2027 bis 2030 in das Leitungsnetz genannt.

Im Stadtrat stieß die Erhöhung auf deutliche Kritik, wurde am Ende aber mehrheitlich beschlossen.

Georg Peter von der FDP warnte davor, die Kosten vollständig auf die Bürger umzulegen. Mareike Wagner von der CSU sagte, die Unterdeckung von 2,1 Millionen Euro habe sie sprachlos gemacht. Wasser sei öffentliche Daseinsvorsorge und müsse bezahlbar bleiben.

Stephan Zeilinger von der BI Oberasbach kritisierte, dass das Leitungsnetz über Jahre nicht ausreichend saniert worden sei. Norbert Schikora von den Grünen sagte, nach rund 50 Jahren würden die Infrastrukturprobleme nun sichtbar. Ihm mache die Zustimmung keinen Spaß, es stelle sich aber die Frage, woher das Geld sonst kommen solle. Auch Harald Patzelt (SPD) war der Meinung, die Stadt habe keine andere Möglichkeit. Felix Kißlinger von den Freien Wählern argumentierte ähnlich. Investitionen in die Wasserinfrastruktur würden sich letztlich auf den Wasserpreis niederschlagen.

Norbert Schikora stellte in den Raum, dass es sich wohl um eine Amtspflichtverletzung handeln dürfte, dem Beschlussvorschlag nicht zuzustimmen. Er beantragte deshalb eine namentliche Abstimmung, auch wegen eventueller Haftungsfragen.

Kämmerer Bernd Fürchtenicht erläuterte, dass Einnahmen aus der Wasserversorgung zweckgebunden seien. Sie dürften nur für Aufgaben der Wasserversorgung verwendet werden. In der Sitzung wurde zudem auf das Kommunalabgabengesetz verwiesen, nach dem kostendeckend gewirtschaftet werden müsse.

Am Ende votierte der Stadtrat mit 17 zu 2 Stimmen für die neue Satzung. Damit ist die deutliche Erhöhung der Wassergebühren in Oberasbach beschlossen.

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