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350 Besucher diskutieren über Windrad auf der Wolfshöhe in Oberasbach

12. August 2026, 12:32 Uhr
Rund 350 Teilnehmer informierten sich in der Paul-Metz-Halle in Zirndorf über das geplante Windrad bei Rehdorf. (Foto: Thomas Klein)Rund 350 Teilnehmer informierten sich in der Paul-Metz-Halle in Zirndorf über das geplante Windrad bei Rehdorf. (Foto: Thomas Klein)

Das geplante Windrad bei Rehdorf in Oberasbach bewegt viele Menschen: Rund 350 Teilnehmer sind nach Angaben der Bürgerinitiative «Unser Bürgerwindrad» zu einer Informationsveranstaltung in die Paul-Metz-Halle nach Zirndorf gekommen. Dort informierten Vertreter der N-ERGIE und der Bürgerenergiegenossenschaft EWERG über das mögliche Projekt, das Genehmigungsverfahren und eine finanzielle Beteiligung der Bevölkerung. Deutlich wurde an dem Abend aber auch, dass das Vorhaben in Rehdorf und auf der Petershöhe weiterhin kontrovers diskutiert wird.

Die Bürgerinitiative «Unser Bürgerwindrad», die sich für die Anlage auf der Wolfshöhe einsetzt, bewertet den Abend positiv. Franz X. Forman, einer der Sprecher der Initiative, sagte auf Nachfrage von Fürth Aktuell, bei den Besuchern, die sich noch keine abschließende Meinung gebildet hätten, seien die Argumente der Initiative «gut aufgenommen worden». Diese Gruppe habe nach seiner Wahrnehmung die Mehrheit im Saal ausgemacht.

Diskutiert wurde unter anderem darüber, ob die Windverhältnisse an dem Standort für einen wirtschaftlichen Betrieb ausreichen, wie stark Anwohner durch Schattenwurf betroffen sein könnten und wie viele Lastwagenfahrten für den Bau erforderlich wären. Zudem ging es um die Frage, ob eine Anlage an diesem Standort Chancen auf einen Zuschlag für eine EEG-Vergütung hätte.

Auch mögliche Auswirkungen auf den Wert umliegender Immobilien wurden angesprochen. Nach Darstellung der Veranstalter gebe es keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Nähe zu einem Windrad grundsätzlich zu einem Wertverlust führe. Die Bürgerinitiative sprach nach der Veranstaltung von einer weitgehend sachlichen Diskussion.

Forman appellierte an Kritiker, die Argumente nach dem Informationsabend noch einmal abzuwägen. Zugleich kritisierte er Angaben zur Dimension der möglichen Anlage, die in der bisherigen Debatte verbreitet worden seien. Als maximale Gesamthöhe nannte er 266 Meter und eine Turmhöhe von 179 Metern. Zuvor war in der öffentlichen Diskussion wiederholt von rund 275 Metern Gesamthöhe die Rede gewesen.

Auch die erst wenige Tage vor der Informationsveranstaltung gegründete Bürgerinitiative «Zukunft Gestalten» aus Rehdorf und der Petershöhe hatte diese Größenordnung genannt. Sie vertritt eine deutlich kritischere Position zu dem Vorhaben. In ihrer Gründungsmitteilung vom 25. Juli sprach sie sich zwar grundsätzlich für erneuerbare Energien aus, wandte sich aber gegen einen aus ihrer Sicht «nicht standortgerechten Gigantismus». Anlagen dieser Größenordnung sollten ihrer Ansicht nach nur dort entstehen, wo die Auswirkungen auf Menschen, Natur und Landschaft angemessen berücksichtigt werden könnten.

Zugleich hatte die Initiative betont, die unterschiedlichen Auffassungen zur Windenergie sollten nicht zu einer Spaltung der Ortschaften führen. «Wir wollen informieren, miteinander reden und gemeinsam nach guten Lösungen suchen», hieß es in ihrer Mitteilung. Eine Anfrage von Fürth Aktuell, wie «Zukunft Gestalten» die Informationsveranstaltung bewertet und ob sich daraus Änderungen an ihrer Position ergeben haben, blieb unbeantwortet. Eine aktuelle Einschätzung der Initiative liegt deshalb nicht vor.

Bei der Veranstaltung erläuterte N-ERGIE-Projektmanager Markus Roth nach Angaben der Veranstalter auch den weiteren Genehmigungsweg. Eine mögliche Inbetriebnahme wurde dabei für das Jahr 2032 genannt. Voraussetzung sei allerdings, dass die notwendigen Untersuchungen und Gutachten ein positives Ergebnis bringen. Damit ist eine Realisierung weiterhin keineswegs sicher.

Die Bürgerinitiative «Unser Bürgerwindrad» will unterdessen auch die politische Diskussion in Oberasbach wieder aufnehmen. Forman fordert, dass der Stadtrat seinen Beschluss aus dem September 2025 aufhebt, damit die Stadt bei dem Projekt wieder stärker mitwirken könne. Damals hatte der Stadtrat eine Unterstützung des von N-ERGIE vorgestellten Vorhabens mehrheitlich abgelehnt. Die Stadt Oberasbach weist darauf hin, dass die Windvorbehaltsfläche überwiegend privaten Eigentümern gehört und ein Projekt grundsätzlich auch ohne kommunales Bauleitverfahren entwickelt werden kann.

Ob auf der Wolfshöhe am Ende tatsächlich ein Windrad gebaut wird, bleibt damit offen.

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