Im Fürther Flair steht eine der umfangreichsten Veränderungen im Mietermix seit der Eröffnung des Einkaufszentrums bevor. Neue Gastronomie, Mode, Dienstleistungen, ein Tattoo-Studio, ein rund 2.000 Quadratmeter großes Mücke-Outlet und später ein asiatischer Supermarkt sollen zusätzliche Kunden in das Center und damit nach Einschätzung der Beteiligten auch in die Innenstadt bringen.
Bei einer Pressekonferenz am Montag stellten Stadt, Eigentümer und Unternehmen die nächsten Schritte vor. Nach den präsentierten Angaben geht es um zwölf Neuvermietungen innerhalb von sechs Monaten, fünf Vertragsverlängerungen und insgesamt rund 3.200 Quadratmeter neu vermietete Fläche.
Angekündigt wurden mehrere Neueröffnungen bis Ende 2026 sowie Anfang 2027. Einige sind bereits in Betrieb: die Playzone mit einem Entertainment-Konzept sowie STAYERY mit Serviced Apartments. Im Mai kam die Parfümerie Qamer hinzu.

Für Juli ist COFFEE fee angekündigt. Im August sollen Pizza Rossa, Dunkin’ und TECH KLINIK folgen. Für September stehen In Love with Amsterdam, das TGUNZINK Tattoo Studio und Pain Doré auf der Liste. Im Oktober soll dann das Mücke Outlet auf der ehemaligen Expert-Fläche eröffnen. Für Ende 2026 oder Anfang 2027 ist go asia vorgesehen – ein asiatischer Supermarkt.
Besondere Bedeutung hat der Umzug von Mücke. Das Unternehmen wechselt mit seinem bisherigen Fürther Outlet aus der Gebhardtstraße in das Flair und übernimmt die komplette frühere Expert-Fläche. Genannt wurden knapp 2.000 Quadratmeter. Die Arbeiten laufen bereits. Ein genauer Eröffnungstag steht nach den Aussagen der Geschäftsführer noch nicht fest, vorgesehen ist weiterhin Oktober 2026. Dass der Umzug innerhalb Fürths geplant ist, hatte Mücke bereits zuvor öffentlich angekündigt.
Mit dem Standortwechsel soll sich auch das Angebot weiterentwickeln. Die Mücke-Geschäftsführer Felix Schmuck und Eik Lippmann beschrieben bei der Pressekonferenz eine Transformation des Unternehmens, das den früher stark schuhbezogenen Auftritt breiter aufstellen will. Nach ihren Angaben soll am neuen Fürther Standort ein größerer Textilanteil entstehen. Schmuck nannte als Zielrichtung eine langfristige Annäherung an ein Verhältnis von etwa 50 zu 50 zwischen Textilien und Schuhen. Ergänzende Sortimente wie Accessoires oder kleinere Impulsartikel spielten eine untergeordnete Rolle.

Für Mücke ist der neue Laden zugleich ein ungewöhnliches Format. Schmuck erklärte, das Unternehmen arbeite sonst eher mit deutlich größeren Flächen von etwa 4.000 bis 6.000 Quadratmetern. Der Standort im Flair sei damit kleiner als viele klassische Mücke-Häuser und zugleich wegen seiner Innenstadtlage besonders. Die Fläche solle produktiver genutzt werden. Das Unternehmen erhofft sich Vorteile durch die stärkere Besucherfrequenz im Center.
Die Geschäftsführer sprachen zugleich offen über den Wandel im Schuhhandel. Nach ihrer Einschätzung verändert sich der Bedarf, weil formelle Dresscodes an Bedeutung verloren hätten und Sneaker heute bei unterschiedlichen Anlässen getragen würden.
Ein weiteres großes Projekt ist go asia. Die Eröffnung des Supermarktes ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen. Flair-Eigentümer Michael Peter bezeichnete die Ansiedlung als Ausbau der Nahversorgung und als zusätzlichen Frequenzbringer. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich auf seiner offiziellen Internetseite als größte asiatische Supermarktkette Deutschlands und wirbt mit einem Sortiment von rund 7.000 Produkten aus Asien.
Die weiteren angekündigten Namen: COFFEE fee wurde als regionales Café- und Brunchkonzept vorgestellt. Pizza Rossa soll ein Premium-Pizzakonzept bieten, Dunkin’ ergänzt das gastronomische Angebot. TECH KLINIK ist mit Reparaturdienstleistungen für Smartphones und Tablets angekündigt. In Love with Amsterdam wurde als modernes Fashion-Konzept vorgestellt, TGUNZINK als Tattoo-Studio und Pain Doré als Bäckerei-, Café- und Brunchkonzept.
Der jüngste Neuzugang im Flair, STAYERY, kann nach den ersten Tagen bereits Erfolge vermelden. Die insgesamt 60 Appartements waren bereits mehrfach komplett ausgebucht.
Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung ordnete die Entwicklungen im Flair in die Situation der gesamten Innenstadt ein. Er verwies bei der Pressekonferenz darauf, dass sichtbare Leerstände in vielen deutschen Städten zu einem zentralen Problem geworden seien. Für Fürth beschrieb er die Lage als vergleichsweise günstig und sprach von wenig Leerstand. Besonders den Bereich zwischen Rathaus und Wochenmarkt bezeichnete er als stark frequentiert.
Er berichtete von Rückmeldungen aus anderen Städten und davon, dass Besucher Fürth zunehmend als Einkaufsort wahrnähmen. Zugleich machte er deutlich, dass positive Entwicklungen nicht als dauerhaft garantiert betrachtet werden könnten. Trends könnten sich auch wieder verändern.
Die Stadt setzt deshalb nach Darstellung von Wirtschaftsreferent Horst Müller weiterhin auf aktive Innenstadtarbeit. Müller verwies auf die seit mehr als 20 Jahren bestehende Funktion der Innenstadtbeauftragten und den laufenden Wettbewerb Citymacher für neue Konzepte. Nach seinen Angaben gab es dabei mehr als 40 Bewerbungen. Die Gewinner sollen am 30. Juli bekanntgegeben werden. Die Herausforderung bestehe inzwischen teilweise darin, passende Flächen für gute Konzepte zu finden, so Müller.
Flair-Eigentümer Michael Peter stellte das Center nicht als klassisches Einkaufszentrum, sondern als Standort mit unterschiedlichen Nutzungen dar. Der zentrale Begriff seiner Ausführungen war «Mixed Use». Handel, Gastronomie, Dienstleistungen, Freizeit, Büros, Übernachtung, Wohnen und Bildung sollen gemeinsam für unterschiedliche Anlässe sorgen, das Flair zu besuchen.
Die Gastronomie bezeichnete Peter als wichtigen Anker. Ein starkes gastronomisches Angebot könne zugleich den Handel stärken. Er verwies dabei auf die Lage der Gastronomie im Eingangsbereich und auf die Verbindung zur übrigen Innenstadt und zum Theaterumfeld.
Laut Peter wurden innerhalb von sechs Monaten zwölf Neuvermietungen abgeschlossen. Hinzu kommen fünf Vertragsverlängerungen. Die neu vermieteten Flächen summieren sich demnach auf rund 3.200 Quadratmeter, bei den Verlängerungen wurden etwa 800 Quadratmeter genannt. Peter wertete auch die Verlängerungen bestehender Mietverträge als wichtiges Signal, weil die betreffenden Unternehmen mit dem Standort zufrieden seien.
Das Flair war im September 2021 nach dem grundlegenden Umbau des früheren City-Centers eröffnet worden. Heute nennt das Center selbst rund 60 Geschäfte und Restaurants sowie 530 Parkplätze.

