Wissenschaftliche Neugier, analytisches Denken und Themen, die weit über den gewöhnlichen Schulstoff hinausreichen: Fünf Schülerinnen aus der Stadt Fürth und dem Landkreis Fürth sind 2026 für besondere Leistungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ausgezeichnet worden. Der Soroptimist International Club Fürth würdigte Marie Loreen Markov, Sylvie Ammon, Svenia Marie Parton, Ina Ziegler und Franziska Schindler mit seinem MINT-Preis.
Die Auszeichnung richtet sich an Schülerinnen aus der Stadt und dem Landkreis Fürth, die in den sogenannten MINT-Fächern besonderes Engagement, herausragende Leistungen oder ein ausgeprägtes Interesse zeigen. Nach Angaben des Fürther Clubs wird der Preis seit 2016 vergeben. Ziel sei es, Mädchen und junge Frauen darin zu bestärken, ihre Fähigkeiten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) weiterzuentwickeln.
Die diesjährige Gruppe der Preisträgerinnen zeigt, wie unterschiedlich solche wissenschaftlichen Interessen aussehen können.
Marie Loreen Markov von der Hans-Böckler-Realschule Fürth wird vom Soroptimist International Club Fürth als 15-Jährige mit ausgeprägter Leistungsbereitschaft und großer Wissbegierde beschrieben. Hervorgehoben wird insbesondere ihre Art, durchdachte und tiefgehende Fragen zu stellen. Nach Darstellung des Clubs rege sie damit nicht nur den Unterricht, sondern auch andere Schüler zum weiterführenden Nachdenken an.
Ihre Stärke liege unter anderem in der analytischen Auseinandersetzung mit physikalischen Vorgängen. Komplexe Sachverhalte könne sie strukturiert untersuchen. Auch in der Biologie zeige sie wissenschaftliches Vorgehen. Als Beispiel nennt die Mitteilung ihr präzises und geduldiges Arbeiten am Mikroskop.
Vom Gymnasium Stein wurden gleich zwei Schülerinnen ausgezeichnet: Sylvie Ammon und Svenia Marie Parton teilen sich den MINT-Preis. Sylvie Ammon beschäftigte sich in ihrer W-Seminararbeit mit einem Thema an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen. Unter dem Titel «Performance von Tänzerinnen im Paartanzsport unter dem Einfluss des weiblichen Hormonzyklus» untersuchte sie biologische, chemische und sportwissenschaftliche Aspekte. Der Club hebt dabei insbesondere die Verbindung unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven hervor.
Während ihrer Schulzeit nahmen die Schülerinnen ein Frühstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf. Sylvie Ammon beschäftigte sich dort mit Chemie, Svenia Marie Parton mit Medizintechnik.
Svenia Marie Parton erreichte außerdem die zweite Runde des Bundeswettbewerbs Informatik und nimmt am Bundeswettbewerb Mathematik teil. Damit verbindet ihr Profil zwei MINT-Bereiche, in denen abstraktes Denken, Problemlösung und methodisches Arbeiten eine zentrale Rolle spielen.
Ina Ziegler vom Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn wurde für ein breit gefächertes Engagement ausgezeichnet, insbesondere in Mathematik und Chemie. In ihrer W-Seminararbeit im Fach Chemie beschäftigte sie sich mit dem Thema «Farbstoffe».
Hinzu kommen nach Angaben des Clubs weitere Aktivitäten. Ziegler nahm an der 58. Internationalen Chemie-Olympiade sowie am P-Seminar «Mathe on Stage» teil. Bei einem Betriebspraktikum erhielt sie zudem Einblicke in verschiedene Computerprogramme im Bereich Grafikdesign. Die Jury sah darin ein weit gefächertes Interesse innerhalb des MINT-Spektrums.
Franziska Schindler vom Helene-Lange-Gymnasium Fürth überzeugte nach Angaben des Clubs mit sehr guten Leistungen in Biologie, Chemie und Physik. In ihrer Arbeit «Die internationale Raumstation – Herausforderungen und Chancen für die Raumfahrt» setzte sie sich mit unterschiedlichen Facetten bemannter Raumfahrt auseinander.
Dabei ging es um technische Herausforderungen der Internationalen Raumstation, medizinische Folgen von Raumflügen und biologische Forschungsarbeit der NASA. Der Club hebt bei Schindler eine tiefgehende Recherche und Quellenarbeit auf hohem Niveau hervor. Sie habe komplexe und aktuelle wissenschaftliche Zusammenhänge erfassen können.
Der MINT-Preis ist nach Angaben des Soroptimist Clubs für die ausgezeichneten Schülerinnen mit jeweils 100 Euro dotiert. Die Auszeichnung soll nicht allein Leistungen anerkennen. Der Club verbindet damit auch das Ziel, jungen Frauen Perspektiven in Berufsfeldern zu eröffnen, die traditionell nicht selbstverständlich mit Frauen verbunden wurden.

