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Aus dem Waldheim Sonnenland in Fürth sollen 22 Wohnungen werden

17. Juli 2026, 11:59 Uhr
Das Waldheim Sonnenland im Fürther Stadtwald soll zu einem Wohnhaus mit 22 Wohnungen umgebaut werden. (Foto: Fürth Wiki/Kamran Salimi)Das Waldheim Sonnenland im Fürther Stadtwald soll zu einem Wohnhaus mit 22 Wohnungen umgebaut werden. (Foto: Fürth Wiki/Kamran Salimi)

Das seit Jahren ungenutzte Waldheim Sonnenland im Fürther Stadtwald könnte eine neue Bestimmung erhalten. Ein Bauträger möchte das Gebäude an der Heilstättenstraße 140 sanieren, aufstocken und zu einem Wohnhaus mit 22 Wohnungen umbauen. Bevor das Projekt umgesetzt werden kann, muss die Stadt jedoch zunächst die planungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen.

Der Bau- und Werkausschuss soll am Mittwoch, 22. Juli, über die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 476 «Waldheim Sonnenland» beraten. Die Entscheidung des Stadtrats ist für den 29. Juli vorgesehen. Die Verwaltung schlägt vor, das Verfahren einzuleiten und anschließend die Öffentlichkeit sowie die betroffenen Behörden frühzeitig zu beteiligen.

Das Grundstück liegt westlich von Oberfürberg und nördlich der Heilstättenstraße. Planungsrechtlich befindet es sich im Außenbereich. Im geltenden Flächennutzungsplan ist die Fläche nicht für Wohnungen vorgesehen, sondern als Standort für Gebäude und Einrichtungen ausgewiesen, die sozialen Zwecken dienen. Für die geplante Wohnnutzung ist deshalb eine neue planungsrechtliche Grundlage erforderlich.

Die Überlegungen für einen Umbau sind nicht neu. Bereits im März 2020 hatte die Wohnfürth Immobilien und Bauträger GmbH & Co. KG einen Bauantrag eingereicht. Vorgesehen waren damals eine Aufstockung des Bestandsgebäudes und der Anbau von Balkonen. Eine Entscheidung über diesen Antrag erfolgte nach Angaben der Verwaltung nicht. Parallel prüfte die Stadt verschiedene Möglichkeiten, das Gebäude weiterhin für soziale Zwecke zu nutzen.

Im Januar 2021 verschob der Stadtrat die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Waldheims um etwa drei Jahre. Unter anderem sollte die Montessori-Initiative Fürth Gelegenheit erhalten, ihr Nutzungskonzept weiterzuentwickeln. Mehrere beteiligte Vereine zogen ihre Planungen jedoch 2023 zurück. Bis 2026 seien keine weiteren konkreten und realisierbaren Konzepte für eine soziale Nutzung eingegangen.

Das Waldheim war bis 2017 von der Arbeiterwohlfahrt genutzt worden. Die dort untergebrachte therapeutische Wohngemeinschaft wechselte anschließend in die Fürther Südstadt. Seitdem wird nach einer dauerhaften Nachnutzung für das Gebäude gesucht.

Nach dem aktuellen Konzept soll das bestehende Gebäude innerhalb seiner bisherigen Grenzen saniert und um ein Geschoss erweitert werden. Geplant sind 22 barrierefrei erschlossene Wohnungen. Auf dem Gelände sollen außerdem Grünflächen, ein Spielplatz, gemeinschaftlich nutzbare Aufenthaltsbereiche, Stellplätze und Carports entstehen.

Besondere Bedeutung hat die Lage im Stadtwald. In der Umgebung befindet sich das europäische FFH-Schutzgebiet «Fürther und Zirndorfer Stadtwald». Das großflächige, vor allem von Kiefern geprägte Waldgebiet umfasst rund 831 Hektar und bietet unter anderem mehreren Fledermausarten einen Lebensraum. Im weiteren Verfahren müssen deshalb die naturschutzrechtlichen Anforderungen, die Vorgaben des Landschaftsschutzes und die Erschließung des Grundstücks genauer untersucht werden.

Zunächst sind die Stellungnahmen der Behörden und der Öffentlichkeit abzuwarten. Sollten sich dabei keine erheblichen Konflikte zeigen, könnte der Stadtrat dem Vorhaben nach den beschleunigten Vorschriften des Baugesetzbuchs zustimmen. Der sogenannte Wohnungsbau-Turbo ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen Abweichungen vom bisherigen Planungsrecht, setzt aber die Zustimmung der Kommune voraus.

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