Eine der bekanntesten Stimmen der Fürther Michaeliskirchweih ist verstummt. Georg Huber, der über Generationen hinweg als «Billiger Jakob» Besucher unterhielt, ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte die Stadt Fürth am Mittwoch mit. Nähere Angaben zu seinem Tod machte die Stadt zunächst nicht.
Mehr als sechs Jahrzehnte gehörte Huber zum festen Bild der Kärwa. An seinem Stand an der Ecke Moststraße und Friedrichstraße verkaufte er Hosenträger, Regenschirme, Strumpfhosen und andere Alltagswaren. Dabei waren nicht allein die Produkte sein Markenzeichen. Mit schnellen Sprüchen, Witzen und einer unverwechselbaren Art zog er regelmäßig große Menschentrauben an. Viele Besucher kamen nach Angaben der Stadt eigens seinetwegen zur Kirchweih.
Hubers Laufbahn als Marktkaufmann begann bereits 1950. Damals stieg der 15-Jährige gemeinsam mit zwei Cousins in das Geschäft ein. Später war er auch auf Volksfesten in ganz Bayern unterwegs. 2019 beendete er aus gesundheitlichen Gründen sein aktives Berufsleben. Sein Name blieb dennoch eng mit der Fürther Michaeliskirchweih verbunden.
Seinen letzten Besuch auf der Kärwa hatte Huber nach Angaben der Stadt im Herbst 2025. Beim Erntedankfestzug saß er auf der Ehrentribüne und wurde von zahlreichen Besuchern gefeiert.
Der Erntedankfestzug gilt als jährlicher Höhepunkt der Michaeliskirchweih. Im Jahr 2025 säumten rund 100.000 Menschen die Strecke, auf der etwa 90 Gruppen unterwegs waren. Für Huber wurde die Rückkehr zu einem viel beachteten Abschied von seiner Kärwa.
Oberbürgermeister Thomas Jung würdigte Huber als Fürther Original. «Für mich war Georg Huber der Inbegriff für Kärwaunterhaltung vom Feinsten», erklärte Jung. «Mit ihm geht eine Persönlichkeit, die für unsere Fürther Kärwa steht, wie es nur ganz wenige tun, und sie nachhaltig geprägt hat.»
Huber wurde 1935 im Fürther Nathanstift geboren. Seine Ehefrau Gerlinde, die ebenfalls aus dem Schaustellergewerbe stammte, starb 2023. Er hinterlässt drei Söhne und eine Tochter. Für seine Verdienste um die Michaeliskirchweih zeichnete ihn die Stadt Fürth 2007 mit dem Goldenen Kleeblatt aus.

