Als die Zirndorfer Brücke am 14. November vollständig gesperrt wurde, stand zunächst die Verkehrslage im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Umleitungen belasteten seitdem die Südwesttangente ebenso wie die Wohngebiete in Fürth-Dambach und Zirndorf. Rasch stellte sich jedoch eine andere Frage: Welche Folgen hat die Sperrung für die Erreichbarkeit von Einsatzorten, wenn Rettungswagen, Feuerwehrfahrzeuge oder Polizeistreifen nicht mehr die gewohnte Route nutzen können?
Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) führt die Sperrung zu keinen Einschränkungen in der notfallmedizinischen Versorgung. Eine Sprecherin teilte auf Anfrage von «Fürth Aktuell» mit, dass alle betroffenen Gebiete unverändert durch die fünf Rettungswachen in Stadt und Landkreis Fürth abgedeckt würden. Die Einsatzplanung sei so ausgelegt, dass Ausfälle einzelner Routen oder Baumaßnahmen jederzeit kompensiert werden könnten. Die Versorgung der Bevölkerung bleibe damit nach Einschätzung der Organisation vollständig gewährleistet. Ohnehin konnten Krankenwagen die Brücke zuletzt wegen der Begrenzung auf maximal 3,5 Tonnen sowie der damit verbundenen Höhenbeschränkung nicht mehr nutzen.

In der Antwort des BRK heißt es, dass sich die Alarmierungspfade nicht verändern müssten. Die Umleitungen sorgten zwar für erhöhten Verkehr in einigen Bereichen, aus Sicht des Rettungsdienstes führe dies aber zu keinen gravierenden Verzögerungen.
Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zirndorf, Jochen Bernecker, erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass es bislang zu keiner Alarmierung im unmittelbar betroffenen Grenzgebiet gekommen sei. Zuständig für die Ausrückordnung in den Dambacher Bereichen sei ohnehin die Stadt Fürth. Dort müsse entschieden werden, ob bestimmte Straßenzüge im Einsatzfall alternativ aus Zirndorf erreicht werden sollten. Eine entsprechende Absprache habe es nach Kenntnis der Zirndorfer Wehr bislang nicht gegeben.
Bernecker rechnet damit, dass die Brückensperrung im eigenen Stadtgebiet voraussichtlich keine nennenswerten Einsatzverzögerungen verursachen werde. Für den Fürther Bereich könne dies jedoch nur die Stadt Fürth selbst beurteilen.
Die Polizei bewertet die Lage ebenfalls gelassen. Ein Sprecher erklärte, Brückensperrungen und Baustellen gehörten zum täglichen Einsatzgeschehen. Streifenwagen rückten zudem nicht ausschließlich von der Dienststelle aus, sondern seien überwiegend unterwegs. Deshalb sei die Sperrung der Zirndorfer Brücke aus einsatztaktischer Sicht kein Problem.
Die Beamten rechnen zwar mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen und zeitweiligen Staus, insbesondere auf den Umleitungsstrecken. Für die Einsatzfähigkeit der Polizei ergäben sich daraus nach eigener Einschätzung des Sprechers jedoch keine wesentlichen Einschränkungen.
Nach Angaben des Amts für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Fürth hat die Brückensperrung keinerlei Auswirkungen auf die Einsatztaktik. Die Brücke sei für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen bereits zuvor nicht mehr befahrbar gewesen, weshalb sich gegenüber der bisherigen Lage nichts ändere. Eine Anpassung der Ausrückebereiche sei nicht erforderlich, ebenso wenig eine Abstimmung mit der Feuerwehr Zirndorf. Der operative Betrieb könne demnach unverändert fortgeführt werden.
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