Der erste April ist traditionell der Tag der augenzwinkernden Falschmeldungen. Auch in diesem Jahr ließen es sich Politiker, Behörden und Unternehmen in der Region nicht nehmen, die Öffentlichkeit mit kreativen Einfällen in die Irre zu führen. Die Ideen reichten dabei von skurrilen Infrastrukturprojekten bis hin zu exotischen Pflanzenzüchtungen.
Besonders aufsehenerregend las sich die Mitteilung der Fürther Landtagsabgeordneten Barbara Fuchs über den fiktiven Bau eines Mini-Atomkraftwerks direkt im Fürther Rathausturm. Durch physikalische Effekte solle das historische Gebäude künftig in einem grellen Neongrün erstrahlen. Als Endlager für die anfallenden Brennstäbe sei kurzerhand der Rathauskeller auserkoren worden.
Fuchs sprach in diesem Zusammenhang scherzhaft von einer «strahlenden Zukunft». In der Nachbarstadt Stein präsentierte die Stadtverwaltung ein scheinbar hochsicheres Parkkonzept für Zweiräder. In den Räumlichkeiten einer ehemaligen Bankfiliale sei ein sogenanntes «Radhaus» entstanden. Teure Fahrräder sollten sicher in einem unterirdischen Banktresor untergebracht werden. Normale Fahrräder fänden in der Schalterhalle Platz. Die Stadt hatte von dem neuen Angebot auch ein Video in den sozialen Medien veröffentlicht.

Auch im Bereich der Mobilität gab es kuriose Neuerungen zu vermelden. Die Polizei Mittelfranken kündigte an, künftig mit eigenen Streifen auf den Gleisen der Nürnberger U-Bahn zu patrouillieren. Als Grund für diese Maßnahme nannte die Behörde die hohe Anzahl an Baustellen im Nürnberger Stadtgebiet. Auf der Linie U3 solle ein neuer U-Bahn-Streifenwagen zwischen den Haltestellen Großreuth und Nordwestring zum Einsatz kommen. Die Einsatzkräfte seien dadurch vom Straßenverkehr entkoppelt und könnten Einsatzorte wesentlich schneller erreichen. Für den Betrieb sei die Polizeiinspektion Nürnberg-West zuständig, die an der Haltestelle Gustav-Adolf-Straße einen direkten Zugang zum Bahnsteig erhalten habe. Im Laufe des Jahres solle zudem die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd an der Haltestelle Gemeinschaftshaus angebunden werden. Dort sei der Einsatz eines U1-Streifenwagens für die reguläre Strecke nach Fürth geplant.
Ein Nahverkehrsunternehmen versprach ein völlig neues Maß an Komfort. Die infra Fürth teilte mit, den öffentlichen Personennahverkehr auf die nächste Genussstufe heben zu wollen. Nach der Einführung von mobilen Ticketautomaten folge nun der Einbau von Snackautomaten in die Linienbusse. Das Sortiment umfasse süße und salzige Speisen für den kleinen Hunger zwischendurch. Laut dem Verkehrsbetrieb werde das Busfahren durch diese Neuerung zu einem besonders komfortablen Erlebnis. Die ersten entsprechend umgerüsteten Fahrzeuge befänden sich den Angaben zufolge bereits im regulären Einsatz auf den Straßen.
Für sportliche Schwimmer dachte sich das Freizeitbad Kristall Palm Beach in Stein eine besondere Aufgabe aus. Eine im Strömungskanal installierte Turbine solle die Bewegungsenergie der Gäste nutzen, um den Strombedarf des Bades zu decken.
Wer eher auf Unterhaltung aus war, dem versprachen die fränkischen Komiker Volker Heißmann und Martin Rassau kostenlosen Eintritt in den Nürnberger Tiergarten. Voraussetzung dafür sei lediglich die Nachahmung von Tieren an der Zookasse.

Gartenfreunde wurden schließlich von der Baumschule Popp in Puschendorf mit der Ankündigung einer kuriosen botanischen Neuheit überrascht. Das Unternehmen bewarb die angebliche sofortige Verfügbarkeit eines sogenannten XXL-Erdbeerbaums. An diesem Gewächs sollen den Angaben des Betriebes zufolge riesige Früchte mit einem Gewicht von jeweils einem ganzen Kilogramm heranreifen. Als großen praktischen Nutzen dieser fiktiven Züchtung nannte die Baumschule die enorme Zeitersparnis bei der Obsternte.
Auch das in Fürth ansässige Satiremagazin «Der Postillon» meldete sich am ersten April zu Wort. Das Medium kündigte jedoch einen vollständigen Boykott des Tages an. Wie das Portal mitteilte, wolle man in der aktuellen Zeit ein Zeichen gegen Falschmeldungen und Aprilscherze in anderen Medien setzen. Ein Sprecher des Blattes begründete diesen Schritt mit der Verantwortung gegenüber dem Publikum. Wörtlich erklärte er: «Wer Menschen durch gezielte Falschmeldungen auf den Arm nimmt, erschüttert damit das Vertrauen in eine kritische Presse.» Weiter betonte der Sprecher: «Aber wir machen da nicht mit! Postillon-Leser wollen keine Lügengeschichten, sondern ehrliche, unabhängige und schnelle Nachrichten».
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