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Fachkräfte gesucht: Landkreis berät über die Zukunft der Pflege

14. Mai 2026 ,
Mehr als 50 Fachleute aus der Pflegebranche diskutierten in Veitsbronn über Strategien gegen den Fachkräftemangel. (Foto: Ronald Heinrich)Mehr als 50 Fachleute aus der Pflegebranche diskutierten in Veitsbronn über Strategien gegen den Fachkräftemangel. (Foto: Ronald Heinrich)

Über 50 Fachleute aus der Pflegebranche haben sich in Veitsbronn versammelt, um Strategien gegen den anhaltenden Fachkräftemangel in der Region zu erarbeiten. Im Zentrum der dritten Pflegekonferenz des Landkreises Fürth standen dabei die stärkere Vernetzung der Akteure sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz.

Die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung entwickelt sich zunehmend zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung. Um die Zusammenarbeit zwischen Städten und Gemeinden, Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen zu optimieren, dient die Konferenz als zentrale Plattform. Landrat Bernd Obst wies in seiner Begrüßung auf die drängende Problematik hin: «Die Gesellschaft altert, der Bedarf an Pflege steigt, und die Zahl der verfügbaren Fachkräfte sinkt.» Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, sei es unabdingbar, Synergien zu nutzen und gemeinsam nach neuen Lösungen zu suchen.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt liegt dabei in der Modernisierung der Infrastruktur. Die Teilnehmer erörterten die Notwendigkeit, bestehende Hard- und Software in den Versorgungsnetzwerken kontinuierlich zu aktualisieren und künstliche Intelligenz verstärkt in den Pflegealltag zu integrieren. Neben den technischen Aspekten wurde das regionale Netzwerk personell und institutionell ausgebaut. So beschloss die Versammlung die offizielle Aufnahme von fünf neuen Mitgliedern.

Zu diesen Akteuren gehört der kürzlich eingerichtete Pflegestützpunkt des Landkreises im Pinderpark. Seit der Eröffnung Ende Januar dieses Jahres bietet die Einrichtung unabhängige und kostenfreie Beratungen an. Die zuständige Mitarbeiterin Yvonne Götz zog eine positive Zwischenbilanz. Bis April verzeichnete der Stützpunkt bereits mehr als 150 Beratungsgespräche. Dies entspricht einem Durchschnitt von fünf bis sechs Kontakten pro Tag. Die Beratungen erfolgen dabei flexibel in den Räumlichkeiten des Stützpunktes oder direkt bei den Ratsuchenden zu Hause, um den Weg durch das Pflegesystem zu erleichtern.

Ergänzend zu den persönlichen Gesprächen steht Bürgern seit Ende des vergangenen Jahres das digitale Angebot «Pflegefinder» zur Verfügung. Diese Plattform unterstützt Angehörige und Pflegebedürftige dabei, gezielt nach passenden Angeboten in der Region zu suchen und Versorgungslücken über Landkreisgrenzen hinweg zu vermeiden. Martina Eckmüller, die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus, gab den Fachleuten zudem einen Rückblick auf die Entwicklungen des Vorjahres, bevor die Thematiken in verschiedenen Arbeitsgruppen vertieft wurden.