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Dunkle Jahreszeit: Polizei informiert im Landkreis Fürth über Einbruchschutz

29. Oktober 2026, 11:02 Uhr
Kriminaloberkommissarin Silvia Schumacher erklärt in Cadolzburg wie man Häuser und Wohnungen besser vor Einbrechern schützen kann. (Foto: Ronald Heinrich)Kriminaloberkommissarin Silvia Schumacher erklärt in Cadolzburg wie man Häuser und Wohnungen besser vor Einbrechern schützen kann. (Foto: Ronald Heinrich)

Wenn die Tage kürzer werden und Häuser bereits am späten Nachmittag im Dunkeln liegen, rückt auch das Thema Wohnungseinbruch wieder stärker in den Blick. Im Landkreis Fürth läuft deshalb derzeit die Veranstaltungsreihe «Einbruchschutz kompakt». Nach mehreren bereits absolvierten Stationen stehen von Ende Oktober bis Februar noch fünf Termine an. Den Auftakt der nächsten Runde macht bereits am Freitag, 30. Oktober, Wilhermsdorf.

Dort beginnt die Veranstaltung um 15 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum am Marktplatz 6. Danach geht es am Donnerstag, 5. November, um 15 Uhr in der Zenngrundhalle in Veitsbronn weiter. Am Montag, 16. November, folgt um 14.30 Uhr ein Termin in der Pfarrscheune in Großhabersdorf.

Am Mittwoch, 18. November, macht die Reihe um 14 Uhr bei der VdK-Monatsversammlung im Kapellenhof in Roßtal Station. Den bislang letzten vorgesehenen Termin gibt es am Mittwoch, 3. Februar 2027, um 15 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Obermichelbach.

Die Informationsreihe fällt in eine Jahreszeit, in der Einbruchschutz traditionell stärker in den Fokus rückt. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für den Landkreis Fürth im Jahr 2025 insgesamt 26 Wohnungseinbrüche aus. Im Jahr zuvor waren es 23 Fälle. Das entspricht einem Anstieg um drei Fälle beziehungsweise 13 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 19,2 Prozent.

Von einer kontinuierlich steigenden Entwicklung kann allerdings keine Rede sein. 2021 waren im Landkreis 22 Wohnungseinbrüche registriert worden, 2022 waren es 25, 2023 dann 36 und 2024 schließlich 23. Die Kriminalpolizei verweist deshalb auf jährliche Schwankungen und sieht in der längerfristigen Betrachtung eine rückläufige Entwicklung. Einen besonderen örtlichen Schwerpunkt innerhalb des Landkreises gebe es derzeit ebenfalls nicht.

Auch bayernweit sind Wohnungseinbrüche weiterhin ein Thema. 2025 registrierte die Polizei im Freistaat 3.806 Fälle, 201 mehr als im Vorjahr. Knapp die Hälfte der erfassten Fälle blieb im Versuchsstadium.

Auf Anfrage von Fürth Aktuell hat das Polizeipräsidium Mittelfranken die wichtigsten Fragen zum Einbruchschutz beantwortet.

Ein verbreiteter Irrtum ist nach Einschätzung der Polizei die Vorstellung, Einbrüche ereigneten sich hauptsächlich in der Nacht. Tatsächlich könnten Wohnungseinbrüche zu jeder Tageszeit stattfinden. Täter versuchten vor allem Zeiträume zu nutzen, in denen Bewohner vermutlich nicht zu Hause seien.

Gerade in der dunklen Jahreszeit könne die früh einsetzende Dämmerung dabei eine Rolle spielen. Von außen lasse sich dann unter Umständen leichter erkennen, ob eine Wohnung oder ein Haus unbewohnt wirkt.

Besonders gefährdet sind nach Einschätzung der Kriminalpolizei leicht erreichbare und nicht ausreichend gesicherte Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren. Fehlt geeignete Sicherungstechnik, können solche Zugänge teilweise bereits mit einfachem Werkzeug aufgehebelt werden.

Daneben kommen schlecht gesicherte Haus- und Wohnungstüren, Kellerfenster, Lichtschächte und andere leicht zugängliche Bereiche infrage. Welche Schwachstelle ein Täter nutzt, hängt jedoch vom jeweiligen Gebäude ab.

Eine konkrete Quote, wie viele Einbruchsversuche im Landkreis Fürth an gesicherten Fenstern oder Türen scheitern, lässt sich nach Angaben der Kriminalpolizei nicht seriös nennen. Die Erfahrung zeige jedoch, dass Einbrüche immer wieder im Versuchsstadium bleiben.

Entscheidend ist dabei vor allem der Zeitfaktor. Täter versuchten häufig, mit einfachen Werkzeugen möglichst schnell in ein Gebäude zu gelangen. Je länger Fenster oder Türen Widerstand leisten, desto größer werde für den Täter das Risiko, entdeckt zu werden.

Die Polizei misst deshalb insbesondere mechanischen Sicherungen eine hohe Bedeutung bei. Kameras, Bewegungsmelder und Alarmanlagen können demnach eine sinnvolle Ergänzung sein und gegebenenfalls abschreckend wirken oder bei späteren Ermittlungen helfen. Sie verhindern für sich genommen aber nicht, dass ein Täter in ein Gebäude eindringt.

Als wirkungsvoll gilt eine Kombination aus mechanischer Sicherung, sicherheitsbewusstem Verhalten und, abhängig vom jeweiligen Objekt, ergänzender elektronischer Technik.

Ein wirksamer Schutz beginnt nach Einschätzung der Polizei bereits beim alltäglichen Verhalten. Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren sollten bei Abwesenheit geschlossen werden. Eine Haustür sollte nicht lediglich ins Schloss gezogen, sondern abgeschlossen sein. Gekippte Fenster gelten aus Sicht des Einbruchschutzes praktisch als offene Fenster.

Bei längerer Abwesenheit empfiehlt es sich zudem, einen bewohnten Eindruck zu vermitteln. Dazu können ein regelmäßig geleerter Briefkasten oder zeitgesteuerte Beleuchtung beitragen.

Auch die Nachbarschaft spielt eine Rolle. Verdächtige Wahrnehmungen sollten ernst genommen und im Zweifelsfall frühzeitig der Polizei gemeldet werden.

Die nächsten Termine der Reihe «Einbruchschutz kompakt»:

30. Oktober 2026, 15 Uhr: Evangelisches Gemeindezentrum, Marktplatz 6, Wilhermsdorf

5. November 2026, 15 Uhr: Zenngrundhalle, Nürnberger Straße 2, Veitsbronn

16. November 2026, 14.30 Uhr: Pfarrscheune, Rothenburger Straße 1, Großhabersdorf

18. November 2026, 14 Uhr: Kapellenhof, Fürther Straße 10, Roßtal

3. Februar 2027, 15 Uhr: Dorfgemeinschaftshaus, Burgstallstraße 6, Obermichelbach

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