Seit dem Jahreswechsel steht die Kreisjugendfeuerwehr im Landkreis Fürth unter neuer Leitung. Pia Wunschik hat am ersten Januar 2026 das Amt als Kreisbrandmeisterin übernommen. Sie ist die erste Frau in dieser Führungsposition im Landkreis Fürth. Sie folgt auf Christian Zeilinger, der die Nachwuchsarbeit bei den Landkreiswehren über viele Jahre maßgeblich geprägt hat.
Ein Kreisbrandmeister (KBM) ist eine wichtige Führungskraft der Feuerwehr auf Landkreisebene. Im Interview mit „Fürth Aktuell“ spricht die neue Kreisbrandmeisterin über ihre Ziele, ihre Faszination für das Ehrenamt und die Höhepunkte für den Feuerwehrnachwuchs im laufenden Jahr.
Redaktion: Seit dem 1. Januar 2026 sind Sie offiziell als Kreisbrandmeisterin im Dienst und damit die erste Frau in dieser Position im Landkreis Fürth. Was bedeutet dieses Amt für Sie persönlich und wie haben Sie die ersten Wochen erlebt?
Pia Wunschik: Für mich persönlich bedeutet dieses Amt, Begeisterung weiterzugeben. Mein Schwerpunkt liegt auf der Jugendarbeit sowie der Förderung und Unterstützung der Kinderwarte und Jugendwarte im Landkreis. Mir ist es wichtig, den Teamgeist zu fördern und Werte wie Kameradschaft, Respekt sowie Verantwortung zu vermitteln. Ich bin sehr stolz darauf, dass mir diese Chance gegeben worden ist.
Redaktion: Wie sind Sie ursprünglich zur Feuerwehr gekommen und welche Stationen haben Sie auf Ihrem Weg bis zur Kreisbrandmeisterin durchlaufen?
Pia Wunschik: Mit der Feuerwehr habe ich seit meiner frühesten Kindheit zu tun, da mein Vater ebenfalls aktiv ist. Mein Bruder und ich durften bei den Veranstaltungen schon immer mit dabei sein. Selbst richtig aktiv bin ich erst mit 16 Jahren geworden. Ein Bekannter hatte mich damals überredet, mir einmal eine Übung anzuschauen. Wie man sieht, hat es mir gefallen und ich bin geblieben. Seither habe ich folgende Qualifikationen/Ausbildungen in meiner Heimatwehr erworben: Modulare Truppmann Ausbildung, Ausbildung zum Maschinisten, Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger sowie meinen Führerschein (Klasse C). Als Vorbereitung auf mein jetziges Amt habe ich bereits mehrere weiterführende Schulungen an der Feuerwehrschule in Würzburg durchlaufen.
Redaktion: Das Amt ist mit viel Verantwortung und Zeitaufwand verbunden. Was ist Ihr persönlicher Antrieb, sich in diesem Maße ehrenamtlich zu engagieren?
Pia Wunschik: Sich in der Feuerwehr zu engagieren, heißt, sich selbst weiterzuentwickeln, Erfahrungen zu sammeln, eigene Fähigkeiten zu entdecken und Freundschaften zu knüpfen. In einer mittlerweile sehr ichbezogenen Welt freue ich mich darüber, dass man anderen Menschen helfen kann. Es ist mein Antrieb, eigene Werte und Überzeugungen an die nächste Generation weiterzugeben.
Redaktion: Welche Themen liegen Ihnen besonders am Herzen? Gibt es bestimmte Projekte oder Bereiche, auf die Sie in Ihrer neuen Funktion einen besonderen Fokus legen möchten?
Pia Wunschik: Mir ist es vor allem wichtig, dass ich die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen unterstützen kann. Ich möchte weiterhelfen und Lösungen finden, wenn die örtlichen Verantwortlichen nicht mehr weiterwissen. Durch Veranstaltungen des Landkreises kann ich sie teilweise auch entlasten. Eines meiner Ziele wird sein, die Heranwachsenden so zu faszinieren, dass sie nach der Jugendfeuerwehr mit viel Begeisterung in die aktive Wehr eintreten. Dadurch können wir die teilweise vorhandenen Nachwuchssorgen mindern.
Redaktion: Was raten Sie Frauen, die sich für den Dienst in der Feuerwehr interessieren?
Pia Wunschik: Frauen sollten sich nicht von Vorurteilen abschrecken lassen. Interessentinnen können bei der örtlichen Feuerwehr oder über die sozialen Medien anfragen, wann die Übungen stattfinden. Sie sollten diese bei der nächsten Möglichkeit besuchen und sich ein eigenes Bild der Mannschaft machen. Man kann sich eventuell auch mit einer Freundin aus dem Ort zusammenschließen und die Übung gemeinsam besuchen. Das Wichtigste ist jedoch, dass man immer man selbst bleibt.
Redaktion: Sie treten in die Fußstapfen von Christian Zeilinger, der die Kreisjugendfeuerwehr lange geprägt hat. Werden Sie seinen Kurs fortführen und Bewährtes beibehalten, oder planen Sie, völlig neue Akzente zu setzen und Strukturen zu verändern?
Pia Wunschik: Um in dem Amt anzukommen, werde ich den altbewährten Kurs erst einmal beibehalten. Ich möchte mir in diesem Jahr einen Überblick verschaffen und mit den örtlichen Jugendwarten regen Austausch halten. Zudem werde ich Ideen aufnehmen und das Angebot an Veranstaltungen gegebenenfalls anpassen oder erweitern.
Redaktion: Worauf dürfen sich die Jugendlichen bei den Feuerwehren in diesem Jahr freuen?
Pia Wunschik: Für die Kinder steht die Abnahme der Kinderflamme auf dem Programm, die durch den örtlichen Kinderwart organisiert wird. Am 16. Mai 2026 findet der Landkreiskinderfeuerwehrtag in Veitsbronn statt. Die Feuerwehren Veitsbronn und Langenzenn richten zudem am 19. September 2026 in Veitsbronn die Bambini Firefighter Challenge aus. Für die Jugendlichen gibt es die Abnahme der Jugendflamme, organisiert durch den örtlichen Jugendwart. Die Abnahme der bayerischen Jugendleistungsspange ist für den 18. April 2026 in Langenzenn geplant. Der Wissenstest folgt am 10. Oktober 2026 in Seukendorf. Das absolute Highlight für die meisten Jugendlichen ist das Zeltlager in Wilhermsdorf, das vom 10. bis 12. Juli 2026 stattfindet.
Redaktion: Wie viele Jugendliche gibt es bei den Feuerwehren im Landkreis?
Pia Wunschik: Bei den Kindern haben wir 192 Jungen und 84 Mädchen. In der Jugendfeuerwehr sind 222 männliche und 117 weibliche Mitglieder aktiv.
Redaktion: Wenn sich junge Menschen für die Feuerwehr interessieren, was ist der beste Einstieg?
Pia Wunschik: Seit einigen Jahren gibt es Kinderfeuerwehren in Bayern. So besteht für Kinder ab sechs Jahren die Möglichkeit, der Feuerwehr beizutreten. Sie werden spielerisch an die Themen Feuerwehr und Brandschutz herangeführt. Im Landkreis existieren neben der Kreiskinderfeuerwehr noch 17 weitere Feuerwehren, die eine Kinderfeuerwehr anbieten. Ab einem Alter von 12 Jahren können die Jugendlichen in die Jugendfeuerwehr ihres Wohnortes eintreten. Viele Feuerwehren verfügen über eine eigene Internetseite oder einen Auftritt in den sozialen Medien, über die man Kontakt aufnehmen kann. Wer Interesse hat und keinen direkten Ansprechpartner findet, kann sich jederzeit per E-Mail an jugendwart@kreisbrandinspektion-online.de wenden. Wir stellen dann sehr gerne den entsprechenden Kontakt her.
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