Hohe Stromabschläge, steigende Nebenkosten oder sogar Stromschulden bringen Haushalte schnell unter finanziellen Druck. In Fürth soll der Stromspar-Check dabei helfen, unnötigen Energieverbrauch aufzuspüren und die laufenden Kosten zu senken. Mit einem zusätzlichen Angebot im Sozialrathaus will die Stadt gemeinsam mit dem Stromspar-Check nun gezielt Menschen erreichen, die eine solche Beratung bislang nicht genutzt haben.
Fürth Aktuell hat dazu sowohl bei der Stadt Fürth als auch beim Stromspar-Check nachgefragt, wie das Angebot genau funktioniert. Der Stromspar-Check wird in Fürth von der Kirchlichen Beschäftigungsinitiative Fürth e. V. durchgeführt.
Nach Angaben von Sozialreferent Dr. Benedikt Döhla soll der neue Standort das bereits bestehende Angebot noch leichter zugänglich machen. Das Sozialrathaus werde täglich von vielen Menschen aufgesucht, die von einer kostenlosen Energieberatung profitieren könnten. Dazu zählen nach Angaben der Stadt auch Personen, die dort beispielsweise ein Sozialticket beantragen oder in Anspruch nehmen. Ziel sei es, den Stromspar-Check bekannter zu machen und zusätzliche Haushalte für eine Beratung zu gewinnen.
Nach Angaben von Susanne Buttazzo, Projektleiterin des Stromspar-Checks in Fürth, wurden im Sozialrathaus bislang 16 Infostände durchgeführt. Dabei habe es 116 Beratungen gegeben. 22 Haushalte hätten anschließend direkt einen Stromspar-Check vereinbart. Zwei Besuche direkt im Haushalt
Der eigentliche Stromspar-Check findet nicht im Sozialrathaus, sondern zu Hause statt. In der Regel sind dafür zwei Besuche vorgesehen. Beim ersten Termin prüfen die Berater den Strom- und Wasserverbrauch verschiedener Geräte und Einrichtungen im Haushalt. Dazu gehören beispielsweise Kühlschrank, Fernseher, Durchlauferhitzer oder Wasserhähne. Auch vorhandene Leuchtmittel werden erfasst und das Nutzungsverhalten wird besprochen.
Die erhobenen Daten werden anschließend ausgewertet. Daraus entsteht ein individueller Bericht mit konkreten Spartipps. Zusätzlich wird berechnet, welches finanzielle Einsparpotenzial beispielsweise durch energiesparende Leuchtmittel, wassersparende Armaturenaufsätze oder schaltbare Steckdosenleisten besteht.
Beim zweiten Besuch werden die Ergebnisse erklärt. Gleichzeitig erhalten die Haushalte geeignete sogenannte Soforthilfen kostenlos. Diese werden nach Angaben des Stromspar-Checks bei Bedarf auch direkt eingebaut.
Optional kann nach etwa einem Jahr ein weiterer Besuch stattfinden. Dabei wird überprüft, ob die zuvor berechneten Einsparungen tatsächlich erreicht wurden. Kühlschrank, Waschmaschine und Dusche oft entscheidend
Besonders häufig melden sich nach Erfahrung des Stromspar-Checks Menschen wegen hoher Stromabschläge oder bereits bestehender Stromschulden.
Große Einsparpotenziale finden die Berater laut Buttazzo häufig beim Kühlschrank. Eine ungünstige Temperatureinstellung könne ebenso unnötig Energie verbrauchen wie ein altes oder defektes Gerät. Auch bei der Waschmaschine lasse sich häufig sparen, etwa wenn statt sehr hoher Waschtemperaturen niedrigere Temperaturen genutzt werden.
Ein weiterer wichtiger Bereich sei der Warmwasserverbrauch beim Duschen. Dort spielen unter anderem die Duschdauer und wassersparende Duschköpfe eine Rolle. Danach folgen nach den Erfahrungen der Berater unter anderem der Austausch alter Leuchtmittel durch LEDs sowie das Heizverhalten. Auch Möbel unmittelbar vor Heizkörpern können beispielsweise die Wärmeverteilung beeinträchtigen.
Die Stadt Fürth beteiligt sich auch finanziell an dem Angebot. Nach Angaben Döhlas erhält die Kirchliche Beschäftigungsinitiative für den Stromspar-Check jährlich einen Zuschuss von 9.000 Euro. Zusätzlich stellt die Stadt im Foyer des Sozialrathauses eine Fläche für den wöchentlichen Informationsstand zur Verfügung. Städtisches Personal wird dort nicht eingesetzt, die Beratung übernehmen Mitarbeiter des Stromspar-Checks. Bis zu 300 Euro im Jahr möglich
Den Stromspar-Check gibt es bundesweit seit 2008, in Fürth seit 2009. Nach Angaben des Projekts werden die Ergebnisse der Beratungen über ein Monitoring-System ausgewertet. Auf dieser Grundlage seien Einsparungen von bis zu 300 Euro pro Jahr möglich.
Dabei handelt es sich nicht um eine garantierte Summe. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt vom jeweiligen Haushalt, den vorhandenen Geräten und dem bisherigen Verbrauchsverhalten ab.
Kontakt: Der Stromspar-Check Fürth wird von der Kirchlichen Beschäftigungsinitiative Fürth e. V. angeboten. Interessierte können sich unter 0911 66019-0 oder per E-Mail an info@kbi-fuerth.de melden. Die KBI sitzt am Kirchenplatz 2 in Fürth.

