Für viele Kinder beginnt am kommenden Dienstag nicht nur die Schule, sondern auch ein neuer Alltag im Straßenverkehr. Rund 2700 Erstklässler in der Stadt und im Landkreis Fürth erhalten deshalb zum Schulstart kleine Blinklichter für Ranzen oder Jacke. Die sogenannten Blinkis sollen dafür sorgen, dass die Kinder vor allem bei Dunkelheit und schlechter Sicht früher wahrgenommen werden.
Am Dienstag, 15. September, beginnt nach den Sommerferien das neue Schuljahr in Bayern. Gerade für Erstklässler ist der Schulweg häufig noch ungewohnt. Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten, gehört zu den Fähigkeiten, die sich erst entwickeln.
Die Blinkis sollen dabei zumindest die Sichtbarkeit verbessern. Die kleinen batteriebetriebenen Reflektorlichter können am Schulranzen oder an der Kleidung befestigt werden. Dass reflektierende Elemente einen erheblichen Unterschied machen können, zeigen auch Angaben des ADAC: Dunkel gekleidete Fußgänger werden bei schlechten Sichtverhältnissen demnach teilweise erst aus rund 25 Metern Entfernung erkannt. Mit reflektierenden Materialien kann sich die Sichtbarkeit auf bis zu etwa 140 Meter erhöhen.
Übergabe vor dem Schulstart
Finanziert werden die rund 2700 Blinkis erneut von der infra Fürth und der Sparkasse Fürth. Beide Unternehmen unterstützen damit die Aktion «Sicher zur Schule – Sicher nach Hause» der Verkehrswacht Fürth. Bei einer symbolischen Übergabe überreichten Sparkassen-Vorstandsmitglied Kai Tusak und Kerstin Sammet, Leiterin Marketing und PR bei der infra, die ersten Blinkis gemeinsam mit Fürths Bürgermeister Markus Braun und Landrat Bernd Obst an Vertreter der Verkehrswacht und des Schulamts.
Die eigentliche Verteilung an die Erstklässler übernehmen anschließend die Schulen gemeinsam mit der Verkehrswacht.
Mathias Kreitinger, Vorsitzender der Verkehrswacht Fürth, sieht in der frühzeitigen Erkennbarkeit einen wichtigen Faktor für die Sicherheit. «Die Wahrnehmbarkeit der Kinder durch andere Verkehrsteilnehmer spielt eine ganz entscheidende Rolle», sagte Kreitinger.
Auch Sparkassen-Vorstand Kai Tusak verwies darauf, dass bereits vergleichsweise kleine Maßnahmen zur Sicherheit beitragen könnten. Die Sparkasse engagiere sich deshalb weiterhin für die Aktion. Kerstin Sammet erklärte für die infra, dass Verkehrssicherheit damit beginne, dass Kinder rechtzeitig gesehen würden.
Blinklicht allein reicht nicht
Die Aktion ist Teil eines deutlich größeren Ansatzes. «Sicher zur Schule – Sicher nach Hause» gehört in Bayern seit Jahrzehnten zu den Maßnahmen für mehr Schulwegsicherheit. Dabei geht es nicht allein um Reflektoren und Sicherheitskleidung. Schulen, Eltern, Polizei, Kommunen und Verkehrswachten sollen gemeinsam dazu beitragen, Gefahren auf den Wegen zur Schule zu verringern.
Landrat Bernd Obst verbindet die Ausgabe der Blinkis deshalb mit einem weiteren Appell. «Die leuchtenden Blinkis machen unsere Erstklässler im Straßenverkehr sichtbarer und tragen so zu ihrer Sicherheit bei. Üben Sie den Schulweg frühzeitig mit Ihren Kindern und verzichten Sie, wenn möglich, auf Elterntaxis – nur so schützen wir gemeinsam die Kleinsten.»
Auch das Bayerische Kultusministerium rät dazu, den Schulweg im Vorfeld einzuüben. Zugleich weist das Ministerium darauf hin, dass sogenannte Elterntaxis zusätzlichen Verkehr unmittelbar vor Grundschulen verursachen können. Kinder sollen nach Möglichkeit gemeinsam mit anderen zu Fuß zur Schule gehen.

