Wer in diesen Tagen durch die Fürther Innenstadt geht, bemerkt eine Veränderung im Stadtbild. Wo zuvor elektrische Mietroller oft ungeordnet Gehwege blockierten oder in Grünstreifen lagen, finden sich nun weiße Bodenmarkierungen und spezielle Hinweisschilder. Die Stadt Fürth hat ernst gemacht und den ersten Teil ihres neuen Abstellkonzepts umgesetzt, um den öffentlichen Raum für Fußgänger und Radfahrer wieder frei zu machen.
Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurden im Kernbereich des Stadtgebiets knapp 100 Sammelparkplätze fertiggestellt. Betroffen sind vor allem die Innenstadt, die Südstadt und Teile des westlichen Stadtgebiets. Stadtbaurätin Christine Lippert zeigt sich erfreut über den Fortschritt und betont, dass nun alle vorgesehenen Flächen markiert und beschildert seien. Die Anbieter der Leihfahrzeuge, darunter Unternehmen wie Voi, Lime, Bolt und Dott, wurden bereits angewiesen, diese Zonen in ihre Apps zu integrieren.
Für die Nutzer der Scooter bedeutet dies eine wesentliche Umstellung. Ein Abstellen der Fahrzeuge ist im Kernbereich ab sofort nur noch auf den dafür vorgesehenen Flächen möglich. Diese sind durch weiße Piktogramme auf dem Boden und entsprechende Schilder leicht zu erkennen. Wer versucht, die Miete außerhalb dieser Zonen zu beenden, wird scheitern: Die Apps lassen den Abschluss des Vorgangs technisch nicht mehr zu, wodurch die Leihgebühr einfach weiterläuft.
Trotz der neuen Regeln kann es in der aktuellen Übergangsphase noch vorkommen, dass einzelne Roller falsch abgestellt werden. Das Baureferat bittet die Bürger in solchen Fällen um Mithilfe. Wer einen falsch geparkten Scooter entdeckt, kann dies mit einem Foto und der Standortangabe per E-Mail an die Verkehrsplanung melden. Die Stadtverwaltung leitet diese Informationen dann direkt an die jeweiligen Anbieter weiter, damit die Fahrzeuge entfernt werden.
Das Projekt soll in naher Zukunft noch ausgeweitet werden. Bereits im Frühjahr 2026 ist geplant, die Sammelparkplätze auf weitere Teile des Stadtgebiets auszudehnen. In den restlichen Außenbezirken bleibt das sogenannte «Freefloating» – also das freie Abstellen – vorerst noch erlaubt, sofern keine Grünanlagen blockiert werden. Erste Beobachtungen der Stadtverwaltung deuten darauf hin, dass die Zahl der «wild» abgestellten Roller im Zentrum bereits deutlich abgenommen hat.
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