Normalerweise richten sich die Blicke der Fürther Bergwacht um diese Jahreszeit auf die steilen Hänge und Wanderwege der Fränkischen Schweiz. Doch der anhaltende Schneefall hat die Prioritäten der ehrenamtlichen Retter in den letzten Tagen drastisch verschoben. Statt im gewohnten Terrain im oberen Trubachtal sind die Spezialisten derzeit vor allem im Stadtgebiet und im Landkreis Fürth gefordert, um dort Hilfe zu leisten, wo reguläre Rettungswagen an ihre Grenzen stoßen. Laut einer Mitteilung des BRK-Kreisverbands Fürth hält die Bergwacht seit Beginn der Schneefälle mindestens ein Fahrzeug samt Besatzung in permanenter Bereitschaft.
Eigentlich ist die Einheit darauf spezialisiert, verunglückte Wanderer oder Kletterer aus unwegsamem Gelände zu retten. Ihr Hauptstützpunkt liegt im Trubachtal, und auch der Dienst im Bikepark Osternohe gehört zum Standardrepertoire. Doch die aktuellen Wetterbedingungen machten das Spezialwissen der Retter direkt vor der Haustür notwendig. Bereits Anfang Januar musste die Bergwacht zu einem Rodelunfall im Fürther Stadtwald ausrücken.
Die Situation spitzte sich in dieser Woche zu. Gleich zweimal forderten die Nürnberger Kollegen Unterstützung an, um Patienten mit schweren Verletzungen am Unterschenkel und Sprunggelenk sicher zu versorgen. Dies zeigt, wie eng die Rettungskette in der Region bei extremen Wetterlagen verzahnt ist.
Besonders dramatisch gestaltete sich ein Einsatz am Montagabend in Langenzenn. Hier wurde deutlich, warum die Ausrüstung der Bergwacht auch im städtischen Umfeld unverzichtbar sein kann. Ein Rettungswagen der BRK-Hauptwache hatte die Bergwacht zur Unterstützung angefordert, um eine Patientin aus einem Wohnhaus zu transportieren.
Die örtlichen Gegebenheiten stellten die Helfer vor eine komplexe Aufgabe: Über einen schmalen, verschneiten Weg, der zudem über Treppen führte, mussten die Einsatzkräfte die Verletzte zur Straße bringen. Dabei kamen ein spezieller Bergesack und eine Vakuummatratze zum Einsatz, um die Patientin zu stabilisieren.
Der anschließende Transport zum Rettungswagen erfolgte bei einer Schneehöhe von 25 bis 40 Zentimetern. Hierbei bewährte sich der sogenannte Akja, ein spezieller Transportschlitten, der üblicherweise auf Skipisten oder im alpinen Gelände verwendet wird. Sven Altstädter, der Leiter der Bergwacht Fürth, betonte die Bedeutung dieser Spezialausrüstung. «Unsere Stärke liegt dort, wo reguläre Rettungsmittel an ihre Grenzen stoßen», erklärte Altstädter.
1.4°C | Mäßiger Schnee 

