Die Stadt Oberasbach steht bekanntlich vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Um ein Defizit von rund 15,1 Millionen Euro auszugleichen, hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 23. Februar 2026 den Entwurf eines umfassenden Konsolidierungskonzepts beschlossen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, soll die finanzielle Handlungsfähigkeit bis zum Jahr 2029 durch Einsparungen bei freiwilligen Leistungen und die Erhöhung von Einnahmen schrittweise wiederhergestellt werden.
Die Verwaltung habe in den vergangenen Monaten die Ursachen der finanziellen Situation analysiert und in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt sowie der Kämmerei alle Einnahmen, Ausgaben und Projekte auf den Prüfstand gestellt. Dabei konzentriere sich die Kommune künftig auf ihre Pflichtaufgaben, zu denen unter anderem der Unterhalt von Schulen und Straßen zähle. Wichtige Vorhaben wie der Neubau der Mittagsbetreuung im Pestalozzi-Schulzentrum sollen auf diese Weise finanziell abgesichert werden. Freiwillige Leistungen unterliegen hingegen starken Einschränkungen. Bereits im Oktober 2025 fasste der Stadtrat den Entschluss, Zuschüsse an Vereine zu streichen und freiwillige städtische Mitgliedschaften zu kündigen. Dies hat eine Einsparung von etwa 134.000 Euro zur Folge. Zudem wurden Jahresgebühren für die Stadtbücherei eingeführt. Eine weitere Gebührenanpassung bei der Volkshochschule ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
Auf der Einnahmenseite greift die Kommune zu Steuererhöhungen. Eine Anhebung der Hundesteuer Ende 2025 bringt laut Angaben der Stadt jährliche Mehreinnahmen in Höhe von rund 29.000 Euro. Da die Gewerbesteuer im Vergleich zu ähnlichen Gemeinden bereits ein durchschnittliches Niveau erreicht habe, wird aktuell eine Erhöhung der Grundsteuer B vorbereitet. Ein entsprechender finaler Beschluss wird für März erwartet. Darüber hinaus strebt die Stadt Einnahmen durch Grundstücksverkäufe an, die im Idealfall 7,2 Millionen Euro in die Kassen spülen sollen. Wann und in welchem Umfang diese Verkäufe realisiert werden, ist derzeit jedoch offen.
Der Zweite Bürgermeister Norbert Schikora äußerte sich in den Beratungen zum Konzept vorsichtig optimistisch. Die bisherigen und noch geplanten Schritte seien maßgeblich für die richtige Entwicklung, ließ er verlauten. Weiter betonte er: «Nun muss die Stadt die angefangene Konsolidierung konsequent fortführen, um handlungsfähig zu bleiben und sich zukünftig wieder finanziellen Spielraum verschaffen zu können.»
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