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Wenn Fürth zur Leinwand wird: Glanzlichter und Einkaufsnacht am Wochenende

3. November 2026, 10:57 Uhr ,
Lichtprojektionen verwandeln bei den Fürther Glanzlichtern historische Gebäude in farbenreiche Kunstwerke. (Foto: Miriam Meingast)Lichtprojektionen verwandeln bei den Fürther Glanzlichtern historische Gebäude in farbenreiche Kunstwerke. (Foto: Miriam Meingast)

Für zwei Abende werden die Fassaden der Fürther Innenstadt zu riesigen Leinwänden. Farben verändern die Architektur, digitale Figuren bewegen sich über historische Gebäude und an der Pegnitz verschmelzen Licht und Wasser. Am Freitag, 6. November, und Samstag, 7. November 2026, kehren die «Fürther Glanzlichter» zurück. Zwölf Stationen sind zwischen 17 und 22 Uhr zu sehen. Zwei zusätzliche Installationen ergänzen das Programm. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung verbindet Kunst mit Stadtgeschichte und historischen Jubiläen. Schließlich gilt der November als Geburtstagsmonat Fürths, weil die Stadt in diesem Monat erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seit 2018 werden aus diesem Anlass ausgewählte Gebäude und Plätze durch Lichtprojektionen verwandelt. In diesem Jahr stehen Persönlichkeiten und Ereignisse im Mittelpunkt, deren Jubiläen oder Gedenktage 2026 begangen werden.

Dabei führt der Weg durch ganz unterschiedliche Epochen. An der Fürther Freiheit 6 beschäftigt sich Brigitt Hadlich mit den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth, die vor 150 Jahren gegründet wurden. In ihrer Arbeit schlüpfen digital erschaffene Fische in die Rollen von Figuren aus Wagners Opernwelt. Gleich nebenan entsteht im Pavillon der Dr.-Konrad-Adenauer-Anlage eine ganz andere Szenerie. Dort erinnert der Künstler Aljoscha mit einer begehbaren Lichtinstallation an den französischen Maler Claude Monet, der vor 100 Jahren starb.

Mit dem 100. Todestag des spanischen Architekten Antoni Gaudí setzt sich Omid Shirazy auseinander. In der Schwabacher Straße 32 trifft dessen von der Natur inspirierte Formensprache auf eine streng gegliederte Sandsteinfassade. Die Projektionen sollen das Gebäude optisch verändern und scheinbar in Bewegung versetzen.

Dass die Glanzlichter nicht nur zum Zuschauen gedacht sind, zeigt sich wenige Schritte weiter am Hallplatz. Dort greift der Medienkünstler Tom Braunschedel den 25. Geburtstag von Wikipedia auf. Besucher können über einen QR-Code eigene digitale Figuren entwerfen und in die Projektion auf dem Amtsgericht schicken. Die kleinen Charaktere begegnen sich anschließend in einer virtuellen Welt, die sich im Laufe des Abends immer weiter verändert.

Auch vor dem Ludwig-Erhard-Zentrum ist Mitmachen vorgesehen. Dort lässt das Künstlerkollektiv Comat Studio die Geschichte der Spraydose lebendig werden, deren Entwicklung vor 100 Jahren begann. Mit digitalen Spraydosen können eigene Bilder auf der Fassade entstehen. Am Marktplatz 2 arbeitet die katalanische Künstlerin Sínoca ebenfalls mit einer interaktiven Projektion. Sie interpretiert die Kunst Antoni Gaudís durch Collagen, die auf Bewegungen reagieren.

Am Helmplatz widmet sich Joanna Maxellon dem 800. Todestag von Franz von Assisi. Ihre Installation am ehemaligen Eichamt greift die Verbindung zwischen Mensch und Natur auf. Wenige Straßen entfernt wird der Rathausturm zur Bühne für abstrakte Farbkompositionen von Gisela Meyer-Hahn. Anlass ist der 575. Geburtstag von Christoph Kolumbus. Im Innenhof des Kulturforums beschäftigt sich Clemens Rudolph wiederum mit James Watt, der vor 290 Jahren geboren wurde. Seine Arbeit hinterfragt das Verhältnis zwischen Mensch, Maschine und technischem Fortschritt.

Entlang der Uferpromenade geht die Reise durch die Kunstgeschichte weiter. Philipp Geist übersetzt die Malerei Claude Monets in Projektionen, deren Farben sich mit den Spiegelungen des Wassers verbinden sollen. Zwischen der Badstraße 8 und dem Badsteg lässt sich Malte Kebbel vom Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart inspirieren, dessen 270. Geburtstag gefeiert wird. Im Hof der Pfisterschule nimmt Andreas Juergens das Jubiläum von Wikipedia zum Anlass, sich mit gesellschaftlicher Vernetzung und unterschiedlichen Wahrnehmungen auseinanderzusetzen.

Abseits der zwölf Wettbewerbsstationen gibt es weitere Arbeiten zu entdecken. Die Auferstehungskirche feiert ihr 200-jähriges Bestehen mit Lichtprojektionen. Am Samstag um 18 Uhr sind dort außerdem Orgelmusik und Rezitation vorgesehen. Im Mariensteig haben fünf Auszubildende der Martin-Segitz-Schule eine digitale Installation entwickelt. Sie beschäftigt sich unter anderem mit dem Erfinder Nikola Tesla, dessen Geburtstag sich zum 170. Mal jährt. Virtuelle Blitze sollen den historischen Durchgang erhellen.

Welche der zwölf Wettbewerbsarbeiten am besten ankommt, entscheidet das Publikum. Der von der VR TeilhaberBank Fürth | Neustadt | Uffenheim gestiftete Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Stimmkarten liegen an den Stationen aus und können vor dem Ludwig-Erhard-Zentrum abgegeben werden. Wer mehr über die Ideen hinter den Projektionen erfahren möchte, kann bereits am Donnerstag, 5. November, um 19.30 Uhr die Vorstellung der Künstler im Bistro der Volkshochschule besuchen. Auch dort ist der Eintritt frei.

Am Freitag bleibt es nicht allein bei der Lichtkunst. Die Fürther Geschäfte veranstalten zum zweiten Mal eine Lange Einkaufsnacht und öffnen bis 22 Uhr. Vier beleuchtete Stelzenläufer sind mit kleinen Aufmerksamkeiten in der Fußgängerzone unterwegs. Im Einkaufszentrum FLAiR wird zwischen 16 und 21 Uhr ein Karikaturist erwartet.

Für Autofahrer bringt das Wochenende allerdings Einschränkungen mit sich. Auf der Fürther Freiheit werden bereits ab Donnerstag, 5. November, um 0 Uhr einzelne Parkplätze gesperrt. Wenig später beginnt der Aufbau für den Weihnachtsmarkt. Deshalb fallen von Sonntag, 15. November, 0 Uhr, bis Mittwoch, 30. Dezember, 18 Uhr, sämtliche Stellplätze auf der Fürther Freiheit weg. Parkmöglichkeiten bestehen in den umliegenden Parkhäusern.

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