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Zirndorfer Pinderpark: Neuer Supermarkt, Bäcker und über 50 moderne Arbeitsplätze

19. Oktober 2026, 14:58 Uhr , ,
Im Zirndorfer Pinderpark entsteht ein neues AWO-Sozialzentrum mit Pflegeheim, Betreutem Wohnen und weiteren Angeboten. (Foto: Roland Beck)Im Zirndorfer Pinderpark entsteht ein neues AWO-Sozialzentrum mit Pflegeheim, Betreutem Wohnen und weiteren Angeboten. (Foto: Roland Beck)

Wer derzeit durch den Zirndorfer Pinderpark fährt und in die Thomas-Mann-Straße abbiegt, kann die große Baustelle kaum übersehen. Baukräne ragen in die Höhe, an mehreren Gebäuden wird gearbeitet, andere sind bereits fertiggestellt. Doch was entsteht dort eigentlich? Die Antwort dürfte nicht nur für die Bewohner des Pinderparks interessant sein. Neben einem neuen Pflegezentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind auf dem Gelände auch ein Supermarkt und eine Bäckerei geplant. Gleichzeitig entstehen rund 50 zusätzliche Arbeitsplätze in der Pflege.

Vor allem der geplante Supermarkt dürfte für Gesprächsstoff sorgen. Nach Informationen von einem Ortstermin am Montag ist die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes vorgesehen. Möglicherweise wird einer der bekannten Discounter einziehen. Welches Unternehmen die Filiale betreiben wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Auch ein Eröffnungstermin wurde nicht genannt. Außerdem soll eine Bäckerei auf dem Areal eröffnen.

Während diese Pläne noch auf ihre Umsetzung warten, ist wenige Meter weiter bereits zu erkennen, wie das neue Quartier einmal aussehen soll. Auf dem rund 23.000 Quadratmeter großen Areal hat die ERL Immobiliengruppe den ersten Bauabschnitt für das neue Sozialzentrum der AWO abgeschlossen. Das Gebäude für Betreutes Wohnen mit insgesamt 65 Wohnungen ist fertiggestellt und ab dem 1. November ziehen die ersten Bewohner ein.

Bei einem Besuch verschafften sich Landrat Bernd Obst und Zirndorfs Erster Bürgermeister Marcus Spath gemeinsam mit Vertretern der AWO einen Überblick über die Bauarbeiten. Dabei ging es nicht nur um neue Gebäude, sondern auch um die Frage, wie die Pflegeversorgung in der Region künftig sichergestellt werden kann.

Denn das größte Gebäude auf dem Gelände entsteht erst noch. Bis zum Frühjahr 2028 soll dort ein Pflegeheim mit 157 vollstationären Plätzen fertiggestellt werden, wie AWO-Vorstand Jörg Lehnberger sagte. Es wird das bisherige Helene-Schultheiß-Heim in Zirndorf ersetzen. Ergänzend sind 22 Tagespflegeplätze, Verwaltungsräume sowie 54 Wohnungen für Mitarbeiter vorgesehen.

Die unterschiedlichen Angebote sollen Menschen je nach ihrer Lebenssituation unterstützen. Wer noch selbstständig leben kann, findet im bereits fertiggestellten Betreuten Wohnen eine eigene Wohnung. Unterstützung ist bei Bedarf möglich, etwa durch ambulante Pflege, Hausmeisterdienste oder hauswirtschaftliche Leistungen.

Wer dagegen dauerhaft auf umfassende Betreuung angewiesen ist, soll im neuen Pflegeheim versorgt werden können. Die Tagespflege richtet sich insbesondere an ältere Menschen, die weiterhin zu Hause wohnen, tagsüber aber Unterstützung benötigen. Auch die ambulante Pflege soll künftig von dem Standort aus organisiert werden.

Ein Café im Pflegeheim soll darüber hinaus ein Ort der Begegnung werden. Nicht nur Bewohner und Angehörige, sondern auch Besucher von außerhalb sollen dort willkommen sein. Geplant sind zudem Veranstaltungen, bei denen Menschen aus der Einrichtung und dem Umfeld zusammenkommen können.

So umfangreich das Bauvorhaben ist, stellt es die AWO auch vor eine erhebliche Herausforderung. Denn mit neuen Pflegeplätzen allein ist es nicht getan. Es werden Menschen gebraucht, die sich um die Bewohner kümmern.

Rund 50 zusätzliche Mitarbeiter sucht die AWO für den künftigen Standort, so Lehnberger. Gesucht werden insbesondere Pflegefachkräfte und Pflegefachhelfer, aber auch Betreuungskräfte und Mitarbeiter für weitere Aufgaben. Ebenso sind Ausbildungen und berufliche Weiterqualifizierungen möglich.

Wie vielseitig die Arbeit in der Pflege sein kann, weiß Susann Tilp aus eigener Erfahrung. Sie ist stellvertretende Einrichtungsleiterin des Helene-Schultheiß-Heims und hat selbst als Pflegehelferin begonnen. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Behindertenhilfe wechselte sie in die Altenpflege, bildete sich weiter und übernahm nach und nach mehr Verantwortung.

Heute möchte sie auch andere Menschen für diesen Beruf gewinnen. Pflege werde in der Öffentlichkeit häufig zu negativ dargestellt, findet sie. Dabei sei die Tätigkeit abwechslungsreich und biete die Möglichkeit, Menschen über längere Zeit zu begleiten. Kein Tag gleiche dem anderen. Auch die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten seien vielfältig.

Hinzu komme, dass die Bezahlung in der Pflege nach ihrer Einschätzung besser sei als ihr Ruf. Dennoch bleibe es schwierig, ausreichend Fachkräfte zu finden. Schon im bisherigen Helene-Schultheiß-Heim bestehe Personalbedarf.

Auch bei der Energieversorgung soll das neue Pflegeheim zeitgemäßen Anforderungen entsprechen. Geplant ist ein Gebäude nach dem KfW-40-Effizienzhausstandard. Auf den Dachflächen soll außerdem eine Photovoltaikanlage entstehen, deren Strom möglichst weitgehend vor Ort genutzt wird.

Für den AWO-Kreisverband Fürth-Land gehört das Projekt zu den größten Investitionsvorhaben seiner Geschichte. Vorstand Jörg Lehnberger sieht darin eine wichtige Antwort auf den wachsenden Pflegebedarf. Angesichts der alternden Bevölkerung müssten nicht nur zusätzliche Plätze geschaffen, sondern auch langfristig genügend Mitarbeiter gewonnen werden.

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