Welche Heizung passt künftig zum eigenen Haus? Diese Frage beschäftigt viele Eigentümer in Fürth. Die Stadt will dazu am Donnerstag, 18. Juni 2026, Orientierung geben. In der Kofferfabrik informiert sie von 18 bis 20 Uhr über den kommunalen Wärmeplan, über Beratungsangebote und über gesetzliche Vorgaben für Gebäude. Der Eintritt ist frei.
Der Abend richtet sich an interessierte Fürther, die wissen möchten, welche Rolle Fernwärme, Wärmepumpen oder andere erneuerbare Lösungen künftig im Stadtgebiet spielen können. Im ersten Teil stellen die Stadt Fürth und die infra fürth gmbh die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung vor. Nach der Ankündigung der Stadt wurde diese Planung im Dezember 2025 abgeschlossen. Dabei soll es vor allem um die Einordnung der Ergebnisse gehen: Was bedeutet der Plan für Bürger, welche Gebiete eignen sich grundsätzlich für Wärmenetze und wo werden eher einzelne Lösungen für Gebäude eine Rolle spielen?
Der kommunale Wärmeplan ist dabei nicht als verbindliche Entscheidung für einzelne Häuser zu verstehen. Er zeigt vielmehr, welche Wärmeversorgung in welchen Bereichen der Stadt grundsätzlich sinnvoll erscheinen kann. Die Stadt Fürth beschreibt ihn als strategisches Planungsinstrument und als Fahrplan für eine klimaneutrale, sichere und wirtschaftliche Wärmeversorgung im Stadtgebiet bis 2040. Nach dem Wärmeplanungsgesetz muss Fürth den Wärmeplan bis spätestens 30. Juni 2026 veröffentlichen.
Die infra nennt bereits mehrere Kategorien für die weitere Betrachtung. Besonders im Blick stehen demnach die Südstadt, die Innenstadt und der Bereich Fronmüllerstraße. Dort sollen Fernwärmeausbau und Transformationsplan vertieft untersucht werden. Weitere Bereiche betreffen unter anderem Verbindungen bestehender Gebiete sowie mögliche neue Wärmenetze oder lokale Quartierslösungen. Für die übrigen Stadtgebiete sieht die Einordnung der infra vor allem dezentrale Lösungen mit Schwerpunkt Wärmepumpe vor.
Für viele Hausbesitzer dürfte besonders wichtig sein, wann aus einer Planung konkrete Projekte werden können. Nach Angaben der infra laufen Prüfungen zur Verdichtung und Erweiterung der Wärmeversorgung in Südstadt und Innenstadt. Für die Südstadt soll bis Ende 2026 ein erster grober Zeitplan für einen möglichen Netzausbau vorliegen. Für eine Wärme-Haupttransportleitung durch Innenstadt und Südstadt wird eine Ausführungs- und Genehmigungsplanung vorbereitet, deren Abschluss bis Mitte 2027 erwartet wird.
Der zweite Teil des Abends richtet den Blick stärker auf einzelne Gebäude. Christian Winterhalter, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern, spricht über das angekündigte Gebäudemodernisierungsgesetz und darüber, welche Fristen und Vorgaben beim Einbau und Betrieb von Heizungen künftig wichtig werden können. Dr. Marcel Neberich, Energieeffizienz-Experte und Architekt vom Büro AE studio, erläutert Sanierungsmöglichkeiten im Wohngebäude. Dabei soll es um Maßnahmen zur Senkung des Wärmebedarfs, um Fördermöglichkeiten und um das Vorgehen bei Sanierung oder Heizungstausch gehen.
Nach den Vorträgen können sich Teilnehmer kurz mit anwesenden Energieberatern austauschen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich für das Energieberatungsangebot der Stadt anzumelden. Für Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern im Stadtgebiet stehen nach Angaben der Stadt in diesem Jahr rund 250 kostenlose Vor-Ort-Initialberatungen zur Verfügung. Die Beratungen dauern etwa 45 Minuten. Sie ersetzen das frühere Format der Energiekarawane, das von 2022 bis 2024 in wechselnden Stadtteilen angeboten wurde.
Daneben gibt es weiterhin ein städtisches Beratungsangebot in der Flößaustraße 22a. Nach Angaben der Stadt finden diese Beratungen jeden zweiten Dienstag statt. Das Angebot richtet sich neben Eigentümern auch an Mieter, die ihren Strom- oder Wärmeverbrauch senken möchten.
Die Informationsveranstaltung beginnt am Donnerstag, 18. Juni 2026, um 18 Uhr in der Kofferfabrik an der Langen Straße 81 in Fürth. Sie endet gegen 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Stadt bittet um Anmeldung per E-Mail an klima@fuerth.de oder telefonisch unter 0911/974-1290 beziehungsweise 0911/974-1253.
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