Der Duft nach Kuhstall liegt in der Luft und es herrscht aufgeregtes Gemurmel. Statt im Klassenzimmer zu sitzen, stellen sich die Drittklässler der Rangau-Grundschule aus Cadolzburg an diesem Vormittag einer ganz praktischen Frage: Wie riecht eigentlich Kuhfutter? Mit der offiziellen Eröffnung der Aktiv-Wochen «Frühling.Erlebnis.Bauernhof» verwandelt sich der Hof von Daniela Engelhardt in einen lebendigen Lernort.
Unter der Anleitung der zertifizierten Erlebnisbäuerin und in Begleitung ihrer Klassenlehrerin Gabriele Döller gehen die Kinder dem Weg der Milchprodukte auf den Grund. Dabei ist Anfassen ausdrücklich erwünscht. Das Programm beginnt mit hochrangigem Besuch: Dr. Herbert Siedler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim eröffnet die Veranstaltung. Er möchte von den Kindern wissen, auf welche Tiere sie sich am meisten freuen, woraufhin Kühe und Hühner das Rennen machen. Auch der stellvertretende Vizepräsident der Regierung Mittelfranken, Christian Gorlo, sowie Landrat Bernd Obst und die Cadolzburger Bürgermeisterin Sarah Höfler sind vor Ort. Die Politiker betonen unisono den enormen Wert des direkten Kontakts zur regionalen Landwirtschaft.
Der praktische Teil startet in einem neu gebauten Gruppenraum, wo Daniela Engelhardt die Abläufe mit Spielzeugfiguren kindgerecht visualisiert. Danach wird es spannend: Mit geschlossenen Augen betritt die Klasse den Kuhstall, um sich vollkommen auf das Hören und Riechen einzulassen. An vorbereiteten Sinnesstationen erraten die Schulkinder landwirtschaftliche Materialien in Säckchen. Sogar die Mathematik kommt nicht zu kurz, denn an einem großen Kunststoff-Modell ermitteln die Kinder die Maße einer Kuh und zählen deren Knochen. Wer sein handwerkliches Geschick testen möchte, kann an einer Holzkuh das Melken üben.
Für Begeisterung sorgt schließlich die Fütterung der echten Tiere. Ausgestattet mit «Kuhpizzen» treten die Kinder an die Rinder heran. Fasziniert stellt eine Schülerin fest, dass sich die Kuhzunge sehr rau und klebrig anfühlt. Auch das Geflügel wird versorgt, wofür die Klasse eigens Körner in alten Kaffeemühlen zerkleinert. Als kulinarischer Abschluss wartet eine selbst geschüttelte Butter, die auf frischem Brot verkostet wird. Und bevor es zurück in die Schule geht, prägen sich die Kinder durch ein Pappteller-Loch ein imaginäres Erinnerungsfoto ihrer Lieblingskuh ein.
Dass solche Ausflüge keine Seltenheit bleiben müssen, zeigt die Bilanz des Programms «Erlebnis Bauernhof». Das Staatsministerium übernimmt die Kosten für bestimmte Klassenstufen, sodass bereits mehr als 704.000 Kinder in Bayern auf diese Weise Landwirtschaft hautnah erleben durften. Ein spannender Schultag im Grünen, der den Kindern aus Cadolzburg sicherlich lange im Gedächtnis bleiben wird.
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