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Mordfälle Marion Baier und Sonja Hurler: Über 150 Hinweise werden derzeit ausgewertet

28. Januar 2026
Der Mord an der zwölfjährigen Marion Baier aus Oberasbach ist bis heute ungeklärt – eine DNA-Spur soll den Fall nun mit einem Mord in Kempten verbinden. Foto: PP MittelfrankenDer Mord an der zwölfjährigen Marion Baier aus Oberasbach ist bis heute ungeklärt – eine DNA-Spur soll den Fall nun mit einem Mord in Kempten verbinden. Foto: PP Mittelfranken

Über fünfzig Jahre nach dem gewaltsamen Tod der zwölfjährigen Marion Baier in Oberasbach gibt es eine entscheidende Wende. Eine DNA-Spur verknüpft das Verbrechen im Landkreis Fürth unmittelbar mit einem weiteren Mordfall in Kempten. Die Kriminalpolizei Kempten hat im Nachgang zur Sendung „Aktenzeichen XY“ zum dortigen Mordfall Sonja Hurler in den letzten Tagen eine Vielzahl an Hinweisen erhalten, wie die Beamten am Mittwoch bekanntgaben. In diesem Zusammenhang seien auch Mitteilungen zu dem Fall in Oberasbach eingegangen.

Eine DNA-Spur hatte kürzlich zu einer Verbindung der beiden Mordfälle geführt. Für die hiesigen Ermittler stellt sich vor allem eine Frage: Wer pendelte in den 70er Jahren zwischen dem Raum Zirndorf und dem Allgäu?

Bislang gingen über hundertfünfzig Anrufe ein, aus denen sich in einigen Fällen Ermittlungsansätze ergaben. Neben vielen allgemeinen Hinweisen gingen auch mehrere konkrete Hinweise auf Personen oder Firmen ein, bei denen es eine Verbindung zwischen Kempten und Zirndorf gibt. Auch bezüglich des im Mordfall Marion Baier am Tatort aufgefundenen Christophorus-Medaillons gingen diverse Hinweise ein.

Diese Hinweise werden aktuell ausgewertet und fließen in die laufenden Ermittlungen ein.

Der Mord an Marion Baier gehört zu den dunkelsten Kapiteln der Kriminalgeschichte im Landkreis. In der Nacht zum 2. Juli 1973 wurde die Schülerin in einem Neubaugebiet an der Hainbergstraße in Oberasbach getötet. Ein Arbeiter der damaligen Gemeinde Oberasbach entdeckte den Leichnam am nächsten Montagmorgen. Da das Mädchen teilweise entkleidet war, gingen die Ermittler von einem Sexualverbrechen aus. Zuletzt war Marion Baier am Abend zuvor auf dem Fischerfest im benachbarten Zirndorf (Eichenhain) gesehen worden.

Trotz intensiver Fahndung und einer ersten TV-Ausstrahlung im Jahr 1974 blieb der Fall ungeklärt. Nun hat moderne Forensik eine Verbindung aufgedeckt: Eine an Marions Kleidung gesicherte DNA-Spur stimmt mit Spuren vom Tatort des Mordfalls Sonja Hurler überein. Die 13-jährige Sonja war im Juli 1981 in Kempten verschwunden und später tot aufgefunden worden.

Die Kriminalpolizeiinspektionen Fürth und Kempten arbeiten aufgrund dieser Erkenntnis eng zusammen. Unterstützt werden sie von Profilern der Operativen Fallanalyse aus München.

Der Fokus der Ermittlungen liegt nun auf möglichen Parallelen zwischen den Taten. Die Beamten suchen gezielt nach Zeugen aus dem Ballungsraum Nürnberg/Fürth sowie den Städten Zirndorf und Oberasbach. Gesucht werden Informationen über Personen, die in den 1970er und 1980er Jahren Kontakte sowohl nach Mittelfranken als auch ins Allgäu hatten.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an Marion Baier führen, eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Zudem bittet die Polizei um historisches Bildmaterial vom Zirndorfer Fischerfest am 1. Juli 1973, das über ein spezielles Medienportal hochgeladen werden kann.