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Staffelübergabe im Rathaus Wilhermsdorf: Mit diesen Worten verabschiedet sich Uwe Emmert

23. April 2026 , , ,
Uwe Emmert verabschiedet sich nach zwölf Jahren als Erster Bürgermeister aus dem Wilhermsdorfer Rathaus. (Foto: Roland Beck)Uwe Emmert verabschiedet sich nach zwölf Jahren als Erster Bürgermeister aus dem Wilhermsdorfer Rathaus. Unser Bild zeigt ihn bei einer Besichtigung der Atemschutzzentrale des Landkreises Fürth zusammen mit dem Großhabersdorfer Bürgermeister Thomas Zehmeister. (Foto: Roland Beck)

Wenn Uwe Emmert Ende April die Tür seines Büros im Wilhermsdorfer Rathaus hinter sich zuzieht, endet eine kleine Ära. Zwölf Jahre lang lenkte er als Erster Bürgermeister die Geschicke der Marktgemeinde im Landkreis Fürth. Sein offener Abschiedsbrief an die Bevölkerung zeigt einen Mann, der sein Amt offenkundig als Berufung verstand. Es sei ihm eine Ehre gewesen, schreibt er. Und er zeigt menschliche Größe, indem er öffentlich um Entschuldigung für die Dinge bittet, die vielleicht nicht jedem Anspruch gerecht werden konnten.

Rückblickend lässt sich Emmerts Amtszeit an handfesten Projekten ablesen. Die kürzlich mit Landrat Bernd Obst eingeweihte Freizeitanlage am Trafohaus ist ein sichtbares Zeichen für die junge Generation. Mit Pumptrack und Soccer Court entstand hier ein lebendiger Treffpunkt. Doch Emmert musste auch langwierige Aufgaben bewältigen. Die Erschließung des Baugebiets West oder die Vorbereitungen für das Wärmenetz des Schulgebäudes verlangten der Verwaltung viel ab, ebenso das Jahrhundert-Hochwasser, das zu einem Stromausfall in der Gemeinde führte. In Planung befindet sich eine neue Grundschule.

Abseits der Baupläne prägten jedoch auch tiefe Einschnitte seine Zeit an der Spitze. Der plötzliche Verlust eines jungen Mitarbeiters und Freundes mitten in der Pandemie gehörte zu den dunkelsten Kapiteln, die er als Dienstvorgesetzter tragen musste. Bei der Bürgermeisterwahl im März war Emmert nicht mehr angetreten. Nach zwei Amtsperioden hatte er angekündigt, sich nun ganz der Familie widmen zu wollen.

So übergibt er nun das Zepter an Alexandra Zipfel von den Freien Wählern. Emmert wünscht der neuen Bürgermeisterin und dem gesamten Gremium eine glückliche Hand. Er selbst will sich nicht zurückziehen, ohne noch einmal das Gemeinschaftsgefühl zu beschwören. Er fordert die Menschen auf, Verantwortung zu übernehmen, damit der Ort einzigartig bleibt. Seine Heimatliebe bringt er dabei unmissverständlich auf den Punkt: «Wilhermsdorf ist für uns die Perle im Zenngrund!»

Und ganz aus der Kommunalpolitik wird sich Emmert nicht zurückziehen: Er sitzt seit 2014 im Kreistag des Landkreises Fürth. Er übernahm dieses Mandat für die CSU praktisch zeitgleich mit seinem Amtsantritt als Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Wilhermsdorf. Im neuen Kreistag, der sich im Mai konstituieren wird, ist Uwe Emmert wieder mit dabei.