Der Sand am Kronacher Wald ist noch kühl, als das erste «weiße Gold» der Saison behutsam aus der Erde gestochen wird. Es ist ein besonderer Moment für den Fürther Stadtteil Stadeln: Oberbürgermeister Thomas Jung und Landrat Bernd Obst gaben hier ganz offiziell den Startschuss für die Spargelernte im Fürther Land. Im Zentrum des Geschehens steht der Hof der Familie Lohbauer, ein klassischer Betrieb, der die Landwirtschaft noch aus vollster Überzeugung lebt.
Wer bei den Lohbauers kauft, bekommt reine Handarbeit. Erstaunlicherweise stemmt der Betrieb, der seit zweieinhalb Jahrhunderten in Familienbesitz ist, die gesamte Ernte und Vermarktung komplett ohne externe Helfer. Es ist ein echter Kraftakt dreier Generationen: Bernd und Claudia Lohbauer leiten den Hof seit 2011, ihr Sohn Marco brachte 2024 seinen Meisterbrief als Landwirt mit in das Unternehmen ein, und auch die Eltern von Claudia Lohbauer packen tatkräftig mit an.
Für die Spargelbauern ist die Saison eine intensive Zeit. Kaum sind die Stangen auf dem Feld gestochen, geht es direkt auf den Hof. Dort befreit ein Reinigungsband das Gemüse zügig von Sand und Erde. Sortiert wird ganz traditionell mit den eigenen Händen, bevor die schnelle Kühlung die Qualität sichert. Für Bernd Lohbauer liegt genau hier der Schlüssel zum Erfolg: «Nur erstklassige Qualität und Frische überzeugen in Zeiten eines großen Nahrungsmittelangebots, und kurze Transportwege helfen, die reichhaltigen Vitamine und Mineralstoffe zu erhalten».
Die Strategie geht offenbar auf. Während der Spargelverbrauch in der Bundesrepublik insgesamt stagniert, wuchs die Anbaufläche für das Edelgemüse im Landkreis Fürth in den letzten drei Jahren um gut zehn Prozent.
Dass Landwirtschaft vor den Toren der Stadt funktioniert, begeistert auch den Fürther Oberbürgermeister. Thomas Jung lobt die kurzen Wege vom Acker auf den Teller und wertet die zukunftsorientierte Ausrichtung der heimischen Höfe als echten Gewinn für alle Bürger. Landrat Bernd Obst schließt sich dem an und sieht in dem landwirtschaftlichen Betrieb ein leuchtendes Vorbild. Der lokale Einkauf stärke die Familienbetriebe und letztlich die gesamte Region.
Das Thema Regionalität reicht in Stadeln ohnehin längst über das Spargelfeld hinaus. Neben der Milchviehhaltung baute sich die Familie 2016 mit dem «Stadelner Milchhäusla» ein weiteres starkes Standbein auf. Dort können Kunden nicht nur rund um die Uhr frische Rohmilch am Automaten zapfen, sondern auch zahlreiche weitere hausgemachte Spezialitäten erwerben.
Das Engagement der Landwirte fügt sich nahtlos in die Kampagne «Gutes aus dem Fürther Land» der Landkreis-Wirtschaftsförderung ein, in deren Rahmen der Ernteauftakt stattfand.
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