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Busse bekommen an der Rothenburger Straße Vorrang – Autofahrer können mit App grüne Welle erwischen

5. Juni 2026 ,
Neue digitale Busbeschleunigung an der Rothenburger Straße: Zwölf Ampelanlagen entlang der Staatsstraße 2245 priorisieren künftig den Busverkehr. (Foto: TK-Bilder/Thomas Klein)Neue digitale Busbeschleunigung an der Rothenburger Straße: Zwölf Ampelanlagen entlang der Staatsstraße 2245 priorisieren künftig den Busverkehr. (Foto: TK-Bilder/Thomas Klein)

An einer der wichtigsten Verkehrsachsen im westlichen Landkreis Fürth soll der Bus künftig zuverlässiger durchkommen. Entlang der Rothenburger Straße wurde eine neue digitale Busbeschleunigung eingerichtet. Sie soll dafür sorgen, dass Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs an mehreren Ampeln bevorzugt behandelt werden und Fahrzeiten stabiler bleiben.

Der Landkreis Fürth stellte die neue Technik an der Haltestelle Albrecht-Dürer-Straße in Oberasbach gemeinsam mit Projektpartnern vor. Zum Einsatz kommt das System auf der Buslinie 113. Insgesamt wurden zwölf Lichtsignalanlagen entlang der Staatsstraße 2245 mit einer digitalen Priorisierung für Busse ausgestattet.

Das Prinzip ist vergleichsweise einfach, technisch aber aufwendig: Nähert sich ein Bus einer Kreuzung, kann er seine Position und seinen Fahrweg an die Ampelsteuerung übermitteln. Die Lichtsignalanlage kann darauf reagieren und die Schaltung entsprechend anpassen. So sollen unnötige Wartezeiten reduziert und Verspätungen verringert werden.

Nach Angaben des Landkreises basiert das System auf einer sogenannten hybriden Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation. Die Busse können ihre Daten sowohl direkt an die Ampelanlagen als auch über mobile Datenverbindungen an einen zentralen Verkehrsrechner senden. Zwei voneinander unabhängige Kommunikationswege sollen die Ausfallsicherheit erhöhen.

Das "A" zeigt an, dass die Busbeschleunigung angefordert wurde. Foto: TK-Bilder/Thomas Klein
Das „A“ zeigt an, dass die Busbeschleunigung angefordert wurde. Foto: TK-Bilder/Thomas Klein

Die Rothenburger Straße gehört zu den stark belasteten Verkehrsverbindungen im Landkreis Fürth. Sie ist nicht nur für den Autoverkehr von Bedeutung, sondern auch für den Busverkehr zwischen Nürnberg, Oberasbach, Zirndorf und den westlichen Landkreisgemeinden. Gerade mit Blick auf den Ausbau des U-Bahnhofs Gebersdorf gewinnt eine verlässliche Weiterfahrt mit dem Bus im westlichen Landkreis weiter an Gewicht.

Landrat Bernd Obst sieht in der Maßnahme einen Baustein für einen attraktiveren Nahverkehr. «Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr braucht verlässliche Fahrzeiten. Mit der digitalen Busbeschleunigung schaffen wir die Voraussetzungen, damit Busse auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen im Landkreis künftig pünktlich unterwegs sein können», erklärte Obst.

Erwartet werden stabilere Fahrzeiten, ein gleichmäßigerer Betriebsablauf und mehr Komfort. Wenn Busse seltener abbremsen und wieder anfahren müssen, kann das nach Darstellung der Projektbeteiligten zudem Kraftstoffverbrauch und Emissionen senken.

Busse melden über dieses Gerät ihre Position an die Ampel-Steuerung. Foto: TK-Bilder/Thomas Klein

Beteiligt waren neben dem Landkreis Fürth unter anderem das Staatliche Bauamt Nürnberg, Yunex Traffic, das Verkehrsunternehmen Schmetterling sowie weitere Partner aus Verkehrssteuerung und Infrastruktur. Bei dem Termin wurde direkt an einer Lichtsignalanlage gezeigt, wie die Kommunikation zwischen Bus und Ampelsteuerung funktioniert.

Ergänzend verweist der Landkreis auf einen Ampelphasenassistenten. Über die Signal2X-App kann dem Individualverkehr die aktuelle Signalphase einer Ampel und deren verbleibende Dauer angezeigt werden. Auch dadurch sollen Brems- und Anfahrvorgänge reduziert werden.

Signal2X ist eine Ampelphasen-App von Yunex Traffic, die helfen soll, im fließenden Verkehr „die grüne Welle“ zu erwischen. Sie errechnet die optimale Geschwindigkeit und zeigt Rotphasen mit einem Countdown an. Die Nutzung ist für Fahrradfahrer und Autofahrer optimiert.