Der Verein VSR-Gewässerschutz plant in Cadolzburg, Wasserproben aus privaten Hausbrunnen und Gartenbrunnen zu untersuchen. Der Markt Cadolzburg stellt nun klar, dass diese Aktion nicht im Vorfeld mit der Gemeinde abgestimmt wurde. Grundsätzlich begrüßt die Verwaltung jedoch das Engagement der Bürger für den Umweltschutz und den Erhalt des Grundwassers.
Der Markt Cadolzburg erklärte auf Anfrage von „Fürth Aktuell“, dass solche privaten Tests helfen können, die örtlichen Grundwasserverhältnisse besser zu verstehen. So ließen sich mögliche Veränderungen der Wasserbeschaffenheit frühzeitig erkennen. Gleichzeitig warnt die Gemeindeverwaltung davor, die Testergebnisse mit der Qualität des öffentlichen Trinkwassers gleichzusetzen. Die Gemeindewerke Cadolzburg gewinnen das Wasser für die öffentliche Versorgung aus komplett separaten Anlagen. Dieses Wasser unterliegt den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung und wird regelmäßig sowohl behördlich als auch im Labor kontrolliert.
Im Gegensatz dazu nutzen private Hausbrunnen oft andere und deutlich oberflächennähere Grundwasserbereiche. Die dort gemessenen Werte lassen laut Schwarz keine direkten Schlüsse auf das öffentliche Trinkwasser zu. Zudem gibt die Gemeinde zu bedenken, dass Wasserproben, die von Privatpersonen entnommen werden, meist nicht den Standards einer fachgerechten Probenahme entsprechen.
«Die Untersuchungsergebnisse besitzen deshalb vor allem orientierenden Charakter und sollten entsprechend eingeordnet werden», teilt die Verwaltung in der schriftlichen Stellungnahme mit. Einzelne Messergebnisse können demnach stark durch lokale Besonderheiten beeinflusst sein und spiegeln nicht zwingend die Grundwasserqualität ganzer Gebiete wider.
Bei auffälligen Befunden rät die Verwaltung den Besitzern, die Ergebnisse mit den zuständigen Fachbehörden abzustimmen.
Wer sein Brunnenwasser dennoch testen lassen möchte, hat dazu am Montag, 22. Juni, die Gelegenheit. Dann macht das Labormobil des VSR-Gewässerschutz von 15 bis 17 Uhr am Brunnen auf dem Rathausplatz Station. Für eine Grundgebühr von zwölf Euro ermittelt der Verein den genauen Gehalt an Nitrat, Säure und Salz. So lässt sich feststellen, ob das Wasser bedenkenlos für das Gemüsebeet oder das Planschbecken genutzt werden kann.
Auch weitergehende Analysen sind gegen Aufpreis möglich. Der Markt und die Gemeindewerke kündigten an, die gesamte Aktion aufmerksam zu verfolgen.
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