Psychische Belastungen zeigen sich nicht immer auf den ersten Blick. Einsamkeit, anhaltende Niedergeschlagenheit, Stress oder ein zunehmend problematischer Umgang mit Suchtmitteln können Hinweise darauf sein, dass die seelische Gesundheit aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mit der Veranstaltungsreihe «Hallo Seele» greifen Stadt und Landkreis Fürth solche Themen erneut auf. Vom 19. Oktober bis 19. November 2026 sind in Fürth und mehreren Landkreisgemeinden kostenlose Vorträge, Gesprächsangebote und praktische Veranstaltungen geplant. Die Reihe findet zum fünften Mal statt.
Der Zeitraum knüpft an den Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober und die bundesweite Woche der Seelischen Gesundheit an. Diese findet 2026 vom 10. bis 20. Oktober statt. Ziel solcher Aktionen ist es unter anderem, psychische Erkrankungen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Vorurteile abzubauen. Das Robert Koch-Institut bezeichnet psychische Gesundheit als wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe. Psychische Belastungen seien weit verbreitet und könnten von leichteren Beeinträchtigungen bis zu schweren psychischen Störungen reichen.
Bei «Hallo Seele» reicht das Spektrum entsprechend weit. Auf dem Programm stehen Depressionen, Essstörungen, Sucht, Psychosen, Einsamkeit und Verbitterung ebenso wie der Umgang mit Stress und persönlichen Krisen. Hinter der Reihe stehen der Sozialpsychiatrische Dienst Fürth, die Psychosoziale Beratungsstelle der Caritas sowie der Bereich Gesundheitsförderung des Landkreises Fürth gemeinsam mit weiteren Partnern. Neben Informationen über psychische Erkrankungen sollen auch Möglichkeiten vermittelt werden, mit Belastungen umzugehen und die eigene Widerstandskraft zu stärken.
Den Auftakt bildet am Montag, 19. Oktober, um 17 Uhr in Fürth das Angebot «Selbsthilfe schafft Gemeinschaft: Der Weg aus der Einsamkeit». Vom Treffpunkt an der Kirchengemeinde Heilig-Geist in der Max-Planck-Straße führt ein gemeinsamer Spaziergang durch den Stadtteil Hard. Eine zweite Ausgabe ist am 28. Oktober um 13 Uhr im Stadtpark vorgesehen. Ausgangspunkt ist dann die Auferstehungskirche in der Nürnberger Straße. Das Konzept verbindet Bewegung und Austausch. Auch die Stadt Fürth führt den Termin als kostenfreies Angebot.
Bereits am 21. Oktober folgen zwei weitere Veranstaltungen. Um 18 Uhr geht es in der Alten Post in Oberasbach unter dem Titel «November im Kopf» um die Innenwelten einer Depression. Eine halbe Stunde später beginnt in der Haffnersgartenscheune in Cadolzburg «Was tun, wenn’s brennt?». Dabei geben Fachleute des Sozialpsychiatrischen Dienstes Einblicke in den Umgang mit Stress und Krisen.
Wie sich Essstörungen erkennen lassen und welche Hilfen möglich sind, steht am 22. Oktober um 18 Uhr im Bürgerhaus Tuchenbach im Mittelpunkt. Vier Tage später geht es in Obermichelbach um Verbitterung. Der Vortrag «Blick zurück im Zorn» wird am 29. Oktober auch in Fürth und am 9. November im Bürgersaal Wilhermsdorf angeboten.
Einen anderen Ansatz verfolgt die Veranstaltung «Wärme für mich» am 28. Oktober um 17.30 Uhr im Sozial- und Familienzentrum Stein. Die kreative Auszeit mit Tansu Shaw vom Landratsamt Fürth ist auf zehn Teilnehmer begrenzt und erfordert deshalb eine Anmeldung. Am folgenden Tag beschäftigt sich das Bürgerhaus Langenzenn ab 18 Uhr mit der Frage, wann Konsum zur Sucht wird. Ebenfalls am 29. Oktober steht im Fürther Stadtteil Ronhof/Kronach die Situation von Angehörigen suchtkranker Menschen im Mittelpunkt.
Auch schwere psychische Erkrankungen werden thematisiert. Beim «Psychose-Erleben» am 4. November im Quartiersbüro Spiegelfabrik in Fürth geht es um Schizophrenie als herausfordernde Lebensphase. Neben dem Sozialpsychiatrischen Dienst wirken ein EX-IN-Genesungsbegleiter und die Selbsthilfeorganisation Pandora mit. EX-IN steht für die Einbindung von Menschen, die eigene Erfahrungen mit psychischen Krisen und Genesungsprozessen haben und diese qualifiziert in die Unterstützung anderer einbringen. Für die Veranstaltung stehen 15 Plätze zur Verfügung.
«Was tun, wenn’s brennt?» wird am 10. November um 18.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Heinrich in der Fürther Südstadt wiederholt. Den Abschluss der Reihe bildet am 19. November um 18.30 Uhr ein weiterer Termin zu Stress und Krisen im Quartiersbüro Roßtal. Dort geht es unter anderem darum, wie Krisen entstehen, wie sie von Betroffenen erlebt werden und welche Unterstützung helfen kann. Der Markt Roßtal führt die Veranstaltung als kostenfrei und ohne Anmeldung.
Sämtliche Veranstaltungen der Reihe sind kostenlos. Nur bei einzelnen Angeboten ist wegen begrenzter Teilnehmerzahlen eine vorherige Anmeldung erforderlich. Bei Bedarf kann außerdem eine Übersetzung in Gebärdensprache organisiert werden. Dafür ist eine Anmeldung spätestens drei Wochen vor dem jeweiligen Veranstaltungstermin notwendig.

