Wer viel Zeit und Arbeit in seinen Garten steckt, kann sich im Landkreis Fürth jedes Jahr einem Wettbewerb stellen. Dabei zählt nicht allein, wie üppig die Blumen blühen. Auch eine durchdachte Gestaltung und der Umgang mit der Natur spielen eine Rolle. Beim Blumenschmuckwettbewerb 2026 überzeugte Familie Höfler aus Puschendorf am meisten und sicherte sich den ersten Platz.
Damit geht die Auszeichnung für den schönsten Garten bereits zum zweiten Mal in Folge nach Puschendorf. Im vergangenen Jahr hatte Familie Weghorn gewonnen. Diesmal folgten auf den weiteren Plätzen Familie Schauer-Leibelt aus Seukendorf und Familie Modschiedler aus Obermichelbach.
Die Gewinner wurden im Gasthof Seerose in Langenzenn-Horbach geehrt. Insgesamt hatten sich Gartenbesitzer aus zehn Gemeinden des Landkreises beteiligt. Organisiert wird der Wettbewerb vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Fürth.
Eine Premiere gab es bei der diesjährigen Ausgabe. Erstmals suchte der Kreisverband nicht nur den schönsten Garten, sondern auch den schönsten Vorgarten. Sechs Teilnehmer stellten sich diesem zusätzlichen Wettbewerb.

Gerade Vorgärten haben häufig einen größeren Einfluss auf das Ortsbild, als ihre geringe Fläche vermuten lässt. Statt ausschließlich auf Rasen oder Zierpflanzen zu setzen, können Gartenbesitzer mit heimischen Stauden, Sträuchern und Blumen auch Insekten und anderen Tieren geeignete Lebensräume schaffen.
Landrat Bernd Obst, zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes, sieht darin einen Gewinn für die gesamte Region. «Unsere Gartenbesitzer zeigen eindrucksvoll, wie viel sich mit Kreativität, Geduld und Freude an der Natur erreichen lässt. Davon profitieren nicht nur die Menschen, die diese Gärten pflegen, sondern auch unsere Gemeinden insgesamt», sagte er bei der Ehrung.
Dass ein ansprechend gestalteter Garten nicht zwangsläufig auf Kosten der Natur gehen muss, zeigten auch die weiteren Auszeichnungen des Abends. Elf Gartenbesitzer erhielten Urkunden und Präsente für ihre zertifizierten Naturgärten.
Hinter dieser Auszeichnung steckt mehr als eine besonders vielfältige Bepflanzung. Wer das Prädikat «Bayern blüht – Naturgarten» erhalten möchte, muss bestimmte ökologische Anforderungen erfüllen. Dazu gehört beispielsweise, auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger sowie auf Torf zur Bodenverbesserung zu verzichten.
Auch die Vielfalt der Lebensräume wird berücksichtigt. Blühwiesen, heimische Gehölze und Obstbäume sind ebenso erwünscht wie wilde Ecken oder Rückzugsorte aus Totholz und Steinen. Ein Naturgarten muss dabei keineswegs ungepflegt wirken. Entscheidend ist, dass seine Gestaltung die natürlichen Abläufe unterstützt.
Wie unterschiedlich die teilnehmenden Gärten gestaltet waren, wurde bei der Preisverleihung anhand zahlreicher Bilder deutlich. Heike Pöllmann, Geschäftsführerin des Kreisverbandes, führte durch den Abend und stellte gemeinsam mit Kreisfachberater Michael Braun die Gärten vor.
Auch mehrere Kommunalpolitiker nahmen an der Ehrung teil, darunter die Bürgermeister Alexander Dörr aus Puschendorf und Bernd Zimmermann aus Obermichelbach sowie Seukendorfs Zweiter Bürgermeister Dr. Andre Kraus.
Für Landrat Obst stand neben den Wettbewerbsergebnissen vor allem das Engagement der Gartenbesitzer im Mittelpunkt. «Wer einen Garten pflegt, gestaltet damit auch ein Stück unserer Heimat. Besonders freut mich, dass neben der Schönheit unserer Gärten auch die Bedeutung der Artenvielfalt immer stärker ins Bewusstsein rückt», erklärte er.
Dass sich die Beschäftigung mit naturnaher Gartengestaltung im Landkreis etabliert hat, zeigt auch der Blick auf das Vorjahr. Damals wurden 16 Gärten als Naturgärten zertifiziert. 2026 kamen elf weitere Auszeichnungen hinzu.




