Das Klinikum Fürth setzt am heutigen Freitag ein sichtbares Zeichen gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Mit einer symbolischen Sperrung des Haupteingangs macht die Klinik auf die finanziellen Folgen aufmerksam, die nach ihren Angaben durch die aktuellen Pläne der Bundesregierung drohen. Von 11 bis 13 Uhr bleibt der Haupteingang deshalb symbolisch geschlossen.
Nach Angaben des Klinikums könnten die vorgesehenen Einsparungen die medizinische Versorgung erheblich belasten. Hintergrund ist die laufende Krankenhausreform des Bundes. Während Kliniken vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen stehen, sollen nach Darstellung der Krankenhausbetreiber gleichzeitig finanzielle Mittel gekürzt werden.
Das Klinikum Fürth kritisiert insbesondere drei Punkte: die geplante Kürzung von Mitteln für die Patientenversorgung, die aus Sicht der Klinik unzureichende Refinanzierung steigender Tariflöhne sowie zusätzliche Dokumentations- und Prüfpflichten. Dadurch werde Personal gebunden, das eigentlich für die Versorgung von Patienten benötigt werde.
Nach Berechnungen der Bayerischen Krankenhausgesellschaft könnte sich die bestehende Unterfinanzierung der bayerischen Krankenhäuser von derzeit rund 600 Millionen Euro auf etwa 1,4 Milliarden Euro im kommenden Jahr erhöhen. Für das Klinikum Fürth würde dies nach eigenen Angaben im Jahr 2027 eine zusätzliche finanzielle Belastung von mehr als zehn Millionen Euro bedeuten.
Die Klinik warnt vor spürbaren Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Genannt werden unter anderem mögliche Einschränkungen in der Notfallversorgung, längere Wartezeiten bei planbaren Operationen, weniger Sprechstundenangebote sowie geringere finanzielle Spielräume für Investitionen in moderne Medizintechnik.
Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen, findet die Protestaktion am Haupteingang des Klinikums statt. Es sind zudem Stellungnahmen von Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und Klinikumsvorstand Dr. Alexander Mohr angekündigt.
Mohr betont, das Klinikum habe in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass es seine Strukturen an neue Anforderungen anpassen könne. «Mit unserer Leistungsfähigkeit wollen wir auch künftig für die Menschen in Stadt und Landkreis Fürth da sein», erklärt der Vorstand. Zugleich appelliert er an die Bundespolitik, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine verlässliche Krankenhausfinanzierung zu schaffen.
Mit der Aktion reiht sich das Klinikum Fürth in eine bundesweite Debatte über die Finanzierung der Krankenhäuser ein. Viele Kliniken in Deutschland weisen seit Jahren auf steigende Kosten und wirtschaftliche Belastungen hin und fordern eine auskömmliche Finanzierung der Gesundheitsversorgung.
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