Nach 18 Jahren im Amt nimmt Birgit Huber auf dem Fahrrad Abschied von ihrer Zeit als Rathauschefin in Oberasbach. Bei einer Radtour mit über 50 Teilnehmern blickte die Erste Bürgermeisterin der Stadt auf private und politische Meilensteine zurück. Ein besonders emotionaler Höhepunkt gleich zu Beginn war der Dank an ihre Eltern für deren jahrelange Unterstützung. «Erstens mal bin ich euch sehr dankbar, meinen Eltern, dass sie mir das überhaupt ermöglicht haben, dass ich das Amt wahrnehmen konnte», erklärte Huber und reichte dabei ihrem Vater die Hand, der bei der Tour mitfuhr.
Dass sie einmal für fast zwei Jahrzehnte den Chefsessel im Rathaus übernehmen würde, war für sie ursprünglich unvorstellbar. «Also hätte ich nie gedacht, dass das so mal kommt», sagte sie rückblickend auf die Anfänge ihrer Laufbahn. Der Anstoß für die politische Karriere kam von ihrer Schulfreundin Doris Bauer, die sie zu einer Kandidatur anspornte. Zu jener Zeit war Bauers Vater CSU-Ortsvorsitzender und verzweifelte an der Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Huber erinnerte sich an die damaligen Worte ihrer Freundin: «Mein Vater, der kriegt noch graue Haare, wir finden keinen Bürgermeisterkandidaten. Und warum machst du das eigentlich nicht?»
Die Tour führte die Gruppe unter anderem an die Stadtgrenze. Huber wuchs die ersten Jahre in Nürnberg auf und besuchte dort die Schule. Im Jahr 1979 zog sie mit ihren Eltern nach Oberasbach. Anhand alter Fotografien ließ sie die Teilnehmer an ihrer Jugend teilhaben. Dort, wo heute das Rathaus und die Tiefgarage stehen, verbrachte sie früher viel Freizeit. Damals sei das Gelände noch ein Acker gewesen, auf dem sie Fußball gespielt habe.
Neben den anekdotischen Einblicken in ihre Kindheit ließ Huber die anstrengenden Phasen ihrer politischen Arbeit nicht unerwähnt. Als Beispiel nannte sie zähe Diskussionen über die städtische Infrastruktur. So berichtete sie von einem Kreisverkehr nahe der Turnhalle, über den sie in der jüngsten Vergangenheit wochenlang debattiert habe.
Einen weiteren zentralen Ankerpunkt der Tour bildete die Lorenzkirche. Dieser Ort ist für Huber mit einem besonders freudigen Ereignis verbunden. Im Sommer 2025 heiratete sie dort ihren Mann Ewald. Gleichzeitig erinnert die Kirche die scheidende Bürgermeisterin jedoch an eine der schwersten Stunden ihrer Amtszeit. Im Jahr 2014 fand dort der Trauergottesdienst für einen Lastwagenfahrer statt, der bei einem tragischen Bahnunglück in Oberasbach tödlich verunglückt war.
Zum Abschluss der Veranstaltung versammelten sich die Mitfahrer zu einem gemeinsamen Erinnerungsfoto. Ein Teilnehmer nutzte die Gelegenheit, um der Politikerin für ihren oft undankbaren Job zu danken und ihr gesundheitlich alles Gute zu wünschen. Birgit Huber selbst verabschiedete sich mit einem persönlichen Rat an die Anwesenden, das Leben im Hier und Jetzt zu genießen. «Der Moment jetzt ist eben der entscheidende eigentlich», schloss sie.
20.6°C | Klarer Himmel 
