Donnerstag, 30. April 2026 15:48
Wetter16.3°C | Klarer Himmel

Erwin Pelzig im Stadttheater Fürth: Ein Plädoyer gegen die Panikmache der Untergangspropheten

30. April 2026
Frank-Markus Barwasser bringt als Erwin Pelzig am 9. April 2027 sein aktuelles Programm «Wer wir werden» ins Stadttheater Fürth. (Foto: Wikipedia/CarlosReutemann)Frank-Markus Barwasser bringt als Erwin Pelzig am 9. April 2027 sein aktuelles Programm «Wer wir werden» ins Stadttheater Fürth. (Foto: Wikipedia/CarlosReutemann)

Jeden Morgen erwachen die Menschen mit der bangen Frage, welche globale Krise heute den Alltag dominieren wird. Diese anhaltende Unsicherheit hinterlässt tiefe Spuren in der Gesellschaft. Genau hier setzt der Kabarettist Frank-Markus Barwasser mit seinem Alter Ego Erwin Pelzig an. Am 9. April 2027 bringt er sein aktuelles Programm «Wer wir werden» auf die Bühne des Stadttheaters Fürth und nimmt die weitreichende Veränderungserschöpfung ins Visier.

Sozialpsychologen beobachten schon länger, dass die permanente Konfrontation mit tiefgreifendem Wandel die Menschen ermüdet. Barwasser greift diese Diagnose als zentrales Element auf. In seinem Fürther Gastspiel analysiert er die tiefgründigen Folgen dieser Entwicklung. Er beleuchtet den Umstand, dass Veränderungen historisch betrachtet selten begrüßt wurden, da sie fast immer mit Risiken verbunden waren. Vernunft und Gelassenheit weichen in solchen Phasen oft der reinen Panik. Diese Situation bietet den idealen Nährboden für Apokalyptiker, die aus der Verunsicherung der Bevölkerung erheblichen Profit schlagen.

Pelzig begnügt sich auf der Bühne allerdings nicht mit purer Schwarzmalerei. Zusammen mit seinen langjährigen fiktiven Freunden Hartmut und Dr. Göbel sucht der Protagonist nach praktischen Wegen aus der Überforderung. Die inhaltliche Reise führt das Publikum dabei durch komplexe Themenfelder wie die moderne Gehirnforschung, die Lehren der antiken Stoiker und die unendlichen Weiten des Universums. Erwin Pelzig kommentiert diesen Prozess auf seine typisch fränkische Art: «Manchmal denkst du vielleicht, du hast nur noch die Wahl, verrückt zu werden oder religiös. Ich habe es probiert. Kann beides nicht empfehlen.»

Seit über dreißig Jahren ist Barwasser mit dieser Rolle eine feste Größe in der deutschen Theaterlandschaft. Die Süddeutsche Zeitung würdigte Pelzig einst treffend als «Die Stimme des polternden Stoikers, des kämpferischen Empathen, des bodenständig Verständigen, der trotzdem nicht alles besser weiß, die des Normalen, der weiß, dass er auf seine Weise verrückt ist.» Die Vorstellung im Fürther Stadttheater beginnt pünktlich um 19.30 Uhr.