Er war eine stadtbekannte Figur in Fürth und sicher kein Maler, der es dem Betrachter leicht machen wollte. Klaus Schmidt, den in der Kleeblattstadt fast alle nur «Whisky» nannten, hinterließ ein Werk voller Abgründe und greller Farben. Jetzt holt die Sparkasse Fürth den 2021 verstorbenen Künstler aus dem Schatten der Wirtshäuser ins helle Licht ihrer Hauptgeschäftsstelle in der Maxstraße. Die Ausstellung läuft dort ab sofort bis zum 8. Juni 2026.
Geboren 1938 im Sudetenland, fand Schmidt später in Franken seine Heimat. Er arbeitete als Kunsterzieher am Hardenberg-Gymnasium und sog als Meisterschüler von Oskar Kokoschka eine Malweise auf, die sich radikal gegen bloße Gefälligkeit wandte. Schmidts Bilder wollen provozieren. Sie sind oft von einer albtraumhaften Intensität und greifen die moralische Erosion und Verdrängung der Gesellschaft an.
Die Ausstellungsorte zu seinen Lebzeiten passten zu seinem Ruf als Exzessmensch und Kneipenphilosoph. Statt in Museen hingen die Arbeiten des unangepassten Malers in Fürther Lokalen wie der «Stadt Venedig» oder der Amm’schen Wirtschaft. Ein Großteil seiner Hinterlassenschaften lagert heute in der Stanzerei Spahn, einem Ort mit industriellem Charme, der Schmidts ungeschliffener Kunst adäquaten Raum gibt.
Dass seine Werke nun im eher nüchternen Rahmen einer Sparkasse präsentiert werden, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, erzeugt aber eine enorme Spannung. Die Organisatoren wollen damit bewusst einen neuen Kontext schaffen. Dem Publikum bietet sich so die seltene Gelegenheit, einen unbequemen Chronisten der Stadt neu zu entdecken.
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