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Kein Filzstift mehr auf der Haut: Klinikum Fürth für markierungsfreie Strahlentherapie ausgezeichnet

27. April 2026 ,
Moderne Strahlentherapie am Klinikum Fürth: Dank der neuen SGRT-Technologie sind Filzstiftmarkierungen auf der Haut der Patienten nicht mehr nötig. (Foto: Klinikum Fürth)Moderne Strahlentherapie am Klinikum Fürth: Dank der neuen SGRT-Technologie sind Filzstiftmarkierungen auf der Haut der Patienten nicht mehr nötig. (Foto: Klinikum Fürth)

Es ist eine Erleichterung für viele Krebspatienten am Klinikum Fürth. Wer sich dort einer Strahlentherapie unterziehen muss, behält ab sofort eine unbemalte Haut. Das Krankenhaus nutzt eine moderne Technologie namens SGRT, die herkömmliche Filzstiftmarkierungen überflüssig macht. Für diesen Fortschritt in der Patientenversorgung hat das Klinikum nun den Markerless Award des Medizintechnikunternehmens Vision RT erhalten.

Die Diagnose Krebs, die laut Angaben jährlich 92.000 Menschen in Deutschland trifft, stellt den Alltag auf den Kopf. Die Strahlentherapie ist neben Operation und Chemotherapie eine der wichtigsten Säulen in der Behandlung. Oft erstreckt sich diese über bis zu acht Wochen. Bisher bedeutete das für die Patienten absolute Vorsicht beim Duschen und Baden. Die aufgemalten Zielkreuze für das Bestrahlungsgerät durften auf keinen Fall abgewaschen werden.

Diese Markierungen waren für viele Betroffene eine ständige, sichtbare Erinnerung an die Krankheit. Franziska Unholtz, leitende Radiotechnologin der Abteilung am Klinikum Fürth, kennt die Belastung. «Je nach Tumorart dauert eine Bestrahlungsserie bis zu 8 Wochen. Die Markierungen brachten oft negative Assoziationen mit sich und schränkten die Betroffenen in ihrem Alltag stark ein», berichtet sie.

Damit ist nun Schluss. Das neue System arbeitet völlig berührungslos. Das Klinikum Fürth gehört als zertifiziertes onkologisches Zentrum zu den bayerischen Vorreitern dieser Technik. Dr. Markus Oechsner, der leitende Medizinphysiker, erklärt den Vorteil. «Das System arbeitet mit Licht und tastet die Körperoberfläche während der Bestrahlung ab. Es sorgt für eine extrem präzise Positionierung und Positionsüberwachung der Patienten», sagt Oechsner.

Der leitende Radioonkologe Dr. Roland Guttenberger sieht in der Technologie einen entscheidenden Schritt nach vorn. «Mit unseren modernen Techniken können wir eine Vielzahl von Krebserkrankungen besonders schonend und präzise behandeln», fasst der Chefarzt zusammen. Für die Patienten bedeutet die Innovation neben der hohen Präzision vor allem eines: ein großes Stück mehr Lebensqualität und Normalität in einer ohnehin schwierigen Zeit.