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Jüdische Kulinarik zum Auftakt des Festivals «Fürth feiert Vielfalt»

27. April 2026
Klezmermusik, koschere Spezialitäten und Einblicke in jüdische Traditionen: Die Israelitische Kultusgemeinde Fürth eröffnet das Festival «Fürth feiert Vielfalt» mit einem Abend für alle Sinne. (Foto: Facebook/Deutsch-Israelische Gesellschaft)Klezmermusik, koschere Spezialitäten und Einblicke in jüdische Traditionen: Die Israelitische Kultusgemeinde Fürth eröffnet das Festival «Fürth feiert Vielfalt» mit einem Abend für alle Sinne. (Foto: Facebook/Deutsch-Israelische Gesellschaft Nürnberg-Mittelfranken)

Der Klang traditioneller Klezmermusik erfüllt die festlichen Räume der Israelitischen Kultusgemeinde Fürth. Es ist der mit Spannung erwartete Auftakt zum vierzehntägigen Festival «Fürth feiert Vielfalt». Die Gemeinde hat zu einem Abend geladen, der ganz bewusst alle Sinne ansprechen soll. Im Mittelpunkt stehen die jüdischen Speisetraditionen, die Vorstandsmitglied Julia Tschekalina an diesem Abend überaus treffend als «tragbare Heimat» bezeichnet. Für viele jüdische Familien sind die alten überlieferten Rezepte ein wichtiges Stück Identität, das sie über Generationen hinweg sorgsam bewahrt haben.

Die Gäste tauchen bei dieser Premiere tief in die unterschiedlichen Geschmackswelten ein. Auf dem umfangreichen Programm stehen die eher deftigen Gerichte der aschkenasischen Küche ebenso wie die mediterran geprägten Spezialitäten der sephardischen Tradition. Doch es geht hierbei nicht nur um erlesene Zutaten und exotische Gewürze. Julia Tschekalina erklärt den interessierten Besuchern die komplexen Grundlagen der koscheren Küche. Sie legt anschaulich dar, wie die strengen Speisegesetze der Kaschrut den Alltag und die Zubereitung der Mahlzeiten bestimmen.

Dabei darf ein fundierter Blick in die Historie der Stadt keinesfalls fehlen. Fürth, das in der Vergangenheit weithin als «Jerusalem Frankens» bekannt war, nimmt in der jüdischen Geschichte Deutschlands eine absolute Sonderrolle ein. So lernen die Zuhörer überrascht, dass die lokale Produktion der Mazze, des ungesäuerten Brotes, einst den Bedarf in ganz Deutschland deckte.

Nach den historischen Erläuterungen folgt der kulinarische Teil, der von den Anwesenden mit großer Begeisterung aufgenommen wird. Die Frauen der Kultusgemeinde haben ein herausragendes Buffet vorbereitet. Die Besucher verkosten die dargebotenen Speisen sowie den ausgeschenkten koscheren Wein in vollen Zügen. Begleitet von den Melodien des Klezmerduos entsteht eine lebhafte Atmosphäre. Die Veranstaltung ist derart erfolgreich, dass die Gäste am Ende den unbedingten Wunsch nach einer Neuauflage äußern.