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165.000 Euro Sanierungsbedarf: Fürther Jugendbad soll für immer schließen – CSU plädiert für Erhalt

6. Juni 2026 , , ,
Wurde in diesem Jahr erst gar nicht mehr geöffnet: Das Jugendbad Burgfarrnbach steht vor dem Aus. Die CSU plädiert für den Erhalt. (Foto: CSU Fürth)Wurde in diesem Jahr erst gar nicht mehr geöffnet: Das Jugendbad Burgfarrnbach steht vor dem Aus. Die CSU plädiert für den Erhalt. (Foto: CSU Fürth)

Es ist eines dieser kleinen Bäder, die für viele Menschen mehr sind als nur ein Ort zum Schwimmen. Das Jugendbad Burgfarrnbach liegt hinter der Farrnbachschule, etwas versteckt, überschaubar, vor allem auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Seit rund 60 Jahren wird es als saisonales Freibad genutzt. Nun steht es möglicherweise vor dem endgültigen Aus. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss der Stadt Fürth soll am 10. Juni 2026 über die dauerhafte Betriebseinstellung beraten. Die CSU appelliert unterdessen dafür, das Bad zu erhalten.

Der Zustandsbericht der infra fürth fällt deutlich aus: Vor einer erneuten Inbetriebnahme wären nach Einschätzung des Versorgers Investitionen von mindestens 165.000 Euro notwendig. Dabei geht es nicht um einzelne Schönheitsreparaturen, sondern um technische, bauliche und sicherheitsrelevante Mängel.

Das Bad verfügt über ein unbeheiztes Becken mit acht mal 20 Metern Wasserfläche und einer Wassertiefe zwischen 0,80 und 1,35 Metern. Dazu kommen eine rund 1000 Quadratmeter große Liegewiese, Umkleiden und Toiletten. Zugelassen sind Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre sowie deren Begleitpersonen. In dieser Saison wurde das Bad noch gar nicht geöffnet. CSU-Fraktionschef Max Ammon glaubt, dass es dabei auch bleiben wird. “Leider wurde hier mit den Infos zu den notwendigen Investitionen zu lange gewartet, um eine Lösung für eine Öffnung zu finden”, sagt er gegenüber Fürth Aktuell.

Nach Angaben der infra sind mehrere zentrale Anlagen stark beschädigt oder nicht mehr zuverlässig nutzbar. Betroffen sind unter anderem die Mess- und Dosiertechnik der Badewasseraufbereitung, der Schaltschrank, das Spülluftgebläse, die Umwälzpumpen und verschiedene Armaturen. Besonders schwer wiegt der Hinweis, dass die Badewassertechnik seit der vergangenen Saison größere Mengen Wasser verliere. Die infra vermutet einen Rohrbruch im Erdreich oder eine massive Undichtigkeit am Becken. Allein für Ortung und Instandsetzung werden bis zu 50.000 Euro genannt.

Auch an anderer Stelle besteht Handlungsbedarf. Die Elektrik in Umkleiden, Sanitärräumen und Räumen der Badeaufsicht entspricht nach dem Bericht nicht mehr den Anforderungen und weist Defekte auf. Wasserleitungen seien stark korrodiert. Der Plattenbelag am Becken und auf dem Weg von der Umkleide zum Wasser sei uneben. Die Treppenanlage vom Schulpausenhof bis zum Eingangstor habe sich stark und unterschiedlich gesenkt. Nach Einschätzung der infra besteht dort erhöhte Unfallgefahr.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Entwicklung. Die Besucherzahlen sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Für 2023 nennt der Bericht 600 Badegäste, für 2024 noch 465 und für 2025 nur noch 275. Die Einnahmen gingen entsprechend zurück. Gleichzeitig lagen die Betriebsaufwendungen in den drei Jahren jeweils im fünfstelligen Bereich. Im Jahr 2025 waren es nach Angaben der infra 38.500 Euro netto.

Ein weiterer Punkt ist das Personal. Die bisher für das Jugendbad eingesetzte Fachkraft steht laut infra nicht mehr zur Verfügung, weil sie nach einem Personalabgang im Hallenbad Stadeln eingesetzt werde. Für den Betrieb des Jugendbades brauche es wegen Badeaufsicht, Wasseraufbereitung, Reinigung und technischer Betreuung qualifiziertes Fachpersonal. Über die nötigen Kapazitäten verfüge die infra derzeit nicht.

Ganz ohne Abwägung fällt die Vorlage der Stadt jedoch nicht aus. Dort wird ausdrücklich festgehalten, dass das Jugendbad ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Kinder und Jugendliche in Burgfarrnbach sei. Es sei ein Ort für Sport, Bewegung, Erholung und Abkühlung an heißen Tagen. Gleichzeitig verweist die Verwaltung darauf, dass das Bad wegen seiner baulichen Ausgestaltung nur eingeschränkt für eine strukturierte Schwimmausbildung geeignet sei. Eine zentrale Funktion für den schulischen Schwimmunterricht oder die vereinsorganisierte Schwimmausbildung habe es demnach nicht.

Die CSU-Stadtratsfraktion hatte beantragt, dass Verwaltung und infra im zuständigen Gremium über Zustand und Zukunft des Jugendbads berichten. In der Begründung beschreibt die Fraktion das Bad als beliebten Ort für Kinder und Jugendliche aus Burgfarrnbach und der Umgebung. Außerdem könne es nach ihrer Auffassung in die Betreuung der Ganztagsschüler und der örtlichen Horte eingebunden werden.

CSU-Fraktionsvorsitzender Maximilian Ammon erklärte auf Anfrage von Fürth Aktuell, das Bad habe in dieser Saison noch nicht geöffnet und werde dies wahrscheinlich auch nicht mehr tun. Er kritisierte, aus seiner Sicht sei mit den Informationen über die notwendigen Investitionen zu lange gewartet worden, um noch eine Lösung für eine Öffnung zu finden. Die Mängel seien bereits seit dem Ende der vergangenen Saison bekannt gewesen.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung ist eindeutig formuliert. Der Finanz- und Verwaltungsausschuss soll die dauerhafte Betriebseinstellung beschließen und die Verwaltung beauftragen, ein Konzept für die Nachnutzung des Geländes zu erarbeiten. Denkbar sind laut Vorlage insbesondere eine Erweiterung schulischer Freiflächen und weitere Nutzungen im Zusammenhang mit dem angrenzenden Schulstandort.

Die infra bringt in ihrem Bericht ebenfalls Ideen für eine Nachnutzung ins Spiel. Das Gelände könnte dem Schulgelände zugeschlagen werden. Nebengebäude könnten als Lager oder überdachter Freisitz dienen. Das Becken selbst könnte nach fachgerechter Stilllegung und Auffüllung beispielsweise zu einem Schulbeet werden.

Damit steht Burgfarrnbach vor einer Entscheidung, die über reine Betriebskosten hinausgeht. Auf der einen Seite stehen hohe Investitionen, sinkende Besucherzahlen und fehlendes Personal. Auf der anderen Seite steht ein Ort, an dem viele Kinder den Sommer erlebt haben. Ob daraus noch einmal eine Zukunft für das Jugendbad entstehen kann, entscheidet sich nun in den politischen Beratungen.