Im Ernstfall entscheiden oft wenige Minuten. Deshalb soll das Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren im Landkreis Fürth weiter wachsen. In Großhabersdorf, Langenzenn und Zirndorf sind drei neue automatisierte externe Defibrillatoren, kurz AED, in Betrieb genommen worden. Die Geräte befinden sich an BRK-Häusern und sollen im Notfall schnell erreichbar sein. Finanziert werden sie über die Rotkreuz-Stiftung Fürth, die Patenschaft erfolgt im Rahmen der Aktion «FÜRTH SCHOCKT!» der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth e.V.
Die neuen Standorte sind das BRK-Heim Großhabersdorf in der Fernabrünster Straße 11, das BRK-Heim Langenzenn am Schießhausplatz 6 und das BRK-Heim Zirndorf in der Banderbacher Straße 41. Nach Angaben des BRK-Kreisverbands Fürth übernimmt die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth die Wartung der Geräte. Die Aktion «FÜRTH SCHOCKT!» verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, die Situation nach einem plötzlichen Herzstillstand in Stadt und Landkreis Fürth durch dauerhaft zugängliche AED-Geräte sowie durch die Aktivierung und Schulung von Ersthelfenden zu verbessern.
Ein AED kann bei bestimmten Formen eines Herz-Kreislauf-Stillstands entscheidend sein. Die Geräte analysieren den Herzrhythmus und geben nur dann einen Stromstoß frei, wenn dieser medizinisch angezeigt ist. Die Deutsche Herzstiftung verweist darauf, dass eine rasch begonnene Wiederbelebung die Überlebenschancen deutlich erhöht. Auch die Deutsche Herzstiftung erklärt, dass bei etwa jedem fünften Herz-Kreislauf-Stillstand eine defibrillierbare Rhythmusstörung vorliegt.

Landrat Bernd Obst, Vorsitzender des BRK-Kreisverbands Fürth, sagte laut Mitteilung: «Ein AED kann im entscheidenden Moment den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.» Dem BRK sei es wichtig, sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Fürth ein möglichst flächendeckendes Netz öffentlich zugänglicher Defibrillatoren aufzubauen. Deshalb unterstütze man die Initiative «FÜRTH SCHOCKT!» und habe gemeinsam mit der AGNF diese Standorte ausgewählt.
Auch in Langenzenn wird die Bedeutung eines schnell erreichbaren Defibrillators hervorgehoben. Erster Bürgermeister Christian Ell sagte, jeder hoffe, einen Defibrillator niemals zu benötigen. Umso wichtiger sei es, dass er im Notfall sofort zur Verfügung stehe. Der Standort am BRK-Heim am Schießhausplatz biete sich wegen seiner zentralen Lage und seiner Signalwirkung besonders an.
In Großhabersdorf ergänzt der neue AED nach Angaben der Gemeinde bereits bestehende Strukturen. Erster Bürgermeister Thomas Zehmeister betonte, die Gemeinde habe inzwischen an nahezu allen Feuerwehrhäusern öffentlich zugängliche AED-Geräte. Die einzige Ausnahme sei bislang der Gemeindeteil Wendsdorf, wo noch in diesem Jahr ein AED installiert werden solle. Mit dem neuen Gerät am BRK-Haus würden die Strukturen gestärkt, die die ehrenamtlichen «Helfer vor Ort» der örtlichen BRK-Sanitätsbereitschaft aufgebaut hätten.
Die Rotkreuz-Stiftung Fürth unterstützt nach Angaben des BRK seit 2009 die soziale Arbeit des Roten Kreuzes in Stadt und Landkreis Fürth. Gefördert würden gemeinnützige Projekte und Anschaffungen, die aus regulären Mitteln nicht finanziert werden könnten. Als Beispiel wird das Fahrzeug für das Projekt Herzenswunschmobil genannt, das schwerkranken Menschen letzte Sehnsuchtsreisen ermöglicht.
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