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Der Fürther Elektroschrott-Check: So viel Abfall landet auf unseren Wertstoffhöfen

21. April 2026
Elektroschrott am Wertstoffhof: Fürth liegt bei der Entsorgung von Altgeräten exakt im bundesweiten Durchschnitt. (Foto: Symbolbild)Elektroschrott am Wertstoffhof: Fürth liegt bei der Entsorgung von Altgeräten exakt im bundesweiten Durchschnitt. (Foto: Symbolbild)

Die Stadt Fürth erreicht bei der Entsorgung von Elektroaltgeräten exakt den bundesweiten Mittelwert. Nach einer aktuellen Analyse von kommunalen Abfallbilanzen und Daten des Elektro-Altgeräte-Registers (EAR) wurden im Stadtgebiet zuletzt 6,5 Kilogramm Elektroschrott pro Einwohner erfasst. Dies entspricht einer jährlichen Gesamtmenge von 856 Tonnen, die über die kommunalen Sammelstellen dem Recyclingkreislauf zugeführt wurden. Damit belegt die Kleeblattstadt den zehnten Platz im Vergleich der deutschen Mittelstädte zwischen 100.000 und 500.000 Einwohnern, wie der neue Elektroschrott-Atlas von MediaMarktSaturn zeigt.

Im regionalen Vergleich liegt Fürth nahezu gleichauf mit der Nachbarstadt Nürnberg. Während die Frankenmetropole mit 6,55 Kilogramm pro Kopf die höchste Sammelquote unter den deutschen Großstädten verzeichnet, folgt Fürth mit einem nur geringfügigen Abstand. Dennoch offenbaren die Zahlen eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Verkauf von Neugeräten und der Rückgabe von Altgeräten. Bundesweit gelangt nur etwa ein Viertel der jährlich neu in Verkehr gebrachten Masse von rund 2,8 Millionen Tonnen in das offizielle Erfassungssystem.

Ein wesentlicher Faktor für die niedrigen Quoten ist das Entsorgungsverhalten bei Kleingeräten wie Smartphones, Toastern oder Wasserkochern. Obwohl der Handel gesetzlich zur kostenfreien Rücknahme verpflichtet ist, nutzen Verbraucher diesen Weg kaum. Lediglich 4,6 Prozent der Kleingeräte wurden im Erfassungszeitraum über den Einzelhandel zurückgegeben. Über 95 Prozent der Bürger bevorzugen stattdessen den Weg zum kommunalen Recyclinghof. Die Untersuchung macht zudem deutlich, dass eine hohe Dichte an Sammelstellen nicht zwangsläufig zu höheren Quoten führt. In Heilbronn etwa ist die Infrastruktur deutlich dichter als in Fürth, die Sammelmenge liegt mit 5,33 Kilogramm pro Kopf jedoch deutlich niedriger.

Die Statistik unterstreicht die Bedeutung der lokalen Wertstoffhöfe als primäre Anlaufstelle. Für die Stadt Fürth bedeutet das Ergebnis eine solide Platzierung im oberen Drittel der Mittelstädte, lässt jedoch gleichzeitig Raum für eine Steigerung der Rücklaufquoten, insbesondere im Bereich der haushaltsnahen Kleingeräte.