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Schrauben statt wegwerfen: Neue Fahrradwerkstatt in Oberasbach eröffnet

22. Juni 2026, 21:04 Uhr
Der neue Reparaturcontainer «Schraub-Station» an der Jahnstraße in Oberasbach soll Radfahrern Hilfe zur Selbsthilfe bieten. (Foto: Stadt Oberasbach)Der neue Reparaturcontainer «Schraub-Station» an der Jahnstraße in Oberasbach soll Radfahrern Hilfe zur Selbsthilfe bieten. (Foto: Stadt Oberasbach)

Zwischen Pumptrack und Skatepark wird in Oberasbach jetzt nicht nur gefahren, sondern auch geschraubt. Die Selbsthilfewerkstatt von Fahrradhilfe Franken e.V. hat an der Jahnstraße einen neuen Reparaturcontainer eröffnet. Die «Schraub-Station» soll ein niedrigschwelliger Treffpunkt für alle sein, die ihr Fahrrad selbst reparieren, pflegen oder besser verstehen möchten.

Offiziell eingeweiht wurde der Container vor wenigen Tagen am Hans-Reif-Sportzentrum. Er steht dort, wo viele junge Radfahrer unterwegs sind: zwischen Pumptrack und Skatepark. Die Initiative für den neuen Standort ging nach Angaben der Stadt von Radverkehrsbeauftragter Sina Mixdorf und Tiefbauamtsleiter Marco Wolfstädter aus. Die Stadt Oberasbach stellt die Fläche zur Verfügung und verweist dabei auf ihre Auszeichnung als «fahrradfreundliche Kommune in Bayern».

Zur Eröffnung kamen unter anderem Erster Bürgermeister Thomas Diebenbusch und Volker Dittmar, der Gründer der Oberasbacher Selbsthilfewerkstatt. Der ADFC Oberasbach und die BUND-Naturschutz-Ortsgruppe unterstützten die Eröffnungsfeier. Diebenbusch taufte den Container symbolisch mit biologisch abbaubarem Fahrradöl auf den Namen «Schraub-Station».

Der neue Standort ergänzt die bisherige Werkstatt im Hof des Jugendhauses OASIS. Während am Container vor allem kleinere Reparaturen, Pflegehinweise und Workshops im Mittelpunkt stehen, können kompliziertere Arbeiten weiterhin in der besser ausgestatteten OASIS-Werkstatt erledigt werden. Dort stehen Spezialwerkzeug und weitere Ersatzteile zur Verfügung. Außerdem gibt es dort generalüberholte Spendenräder, die bevorzugt an Bedürftige, Tafelkunden und Flüchtlinge abgegeben werden sollen.

Die Hilfe zur Selbsthilfe ist grundsätzlich kostenlos. Werkzeug und Ersatzteile für viele gängige Reparaturen sind vorhanden. Spenden helfen dem Verein dabei, Material wie Bremsbeläge, Schmiermittel oder Reinigungsmittel zu beschaffen.

Volker Dittmar sieht den Start am neuen Standort positiv. «Die erste Resonanz hier am neuen Standort ist vielversprechend. Die Botschaft, dass sich reparieren lohnt, stößt von Anfang an auf großes Interesse. Der niederschwellige Erfahrungsaustausch auch in Fragen der Pflege des fahrbaren Untersatzes findet Anklang», sagte der Initiator der Radreparatur-Selbsthilfewerkstatt.

Bürgermeister Thomas Diebenbusch würdigte das Engagement des Teams, das aktuell aus 26 ehrenamtlichen Schraubern besteht. Die Werkstatt helfe seit fünf Jahren dabei, Fahrräder winterfest oder frühlingstauglich zu machen oder beispielsweise eine Handbremse nachzuziehen. «Das macht Ihr freiwillig in Eurer Freizeit, weil Ihr begeisterte Radfahrer seid. Dafür danke ich Euch ganz herzlich», sagte Diebenbusch.

Möglich wurde der Reparaturcontainer durch ein Förderprogramm für Reparaturinitiativen des Bayerischen Umweltministeriums. Die Kommunale Allianz Biberttal-Dillenberg beteiligte sich aus ihrem Regionalbudget an einer Dach-PV-Anlage, die den Container mit Strom versorgt.

Geöffnet ist die Schraub-Station mittwochs von 16 bis 18 Uhr. Zusätzlich gibt es jeden zweiten und vierten Samstag im Monat von 11 bis 12 Uhr kostenlose Workshops. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Als nächster Termin ist der 27. Juni mit dem Thema Zentrieren der Laufräder angekündigt. Weitere Themen sind unter anderem Fahrrad-Reinigung, Sitzposition, E-Bike-Grundlagen, Tretlager, Pedale, Federelemente, Kugellager, Fahrrad-Elektrik, Schalt- und Bremszüge, Lastenräder sowie Sprays und Schmiermittel.