In Roßtal soll ein neues Wohngebiet entstehen. Der Marktgemeinderat hat den Bebauungsplan Nr. 69 «Weinleite» als Satzung beschlossen. Außerdem wurde der Feststellungsbeschluss zur 9. Änderung des Flächennutzungsplanes «Weinleite» gefasst. Das teilte der Markt Roßtal auf Anfrage von Fürth Aktuell mit.
Das geplante Baugebiet liegt im Bereich «Weinleite» und umfasst nach Angaben des Marktes einen Geltungsbereich von rund 1,5 Hektar. Vorgesehen sind Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Reihenhäuser. Insgesamt könnten dort etwa 22 Wohneinheiten entstehen. Die genaue Verteilung hänge davon ab, wie groß die Nachfrage nach den jeweiligen Haustypen ausfällt.
Mit der Erschließung des neuen Wohngebiets rechnet der Markt Roßtal nach derzeitigem Stand voraussichtlich in den Jahren 2027 oder 2028. Erst danach könnten konkrete Bauvorhaben folgen.
Eine besondere Rolle spielt die Parkplatzsituation. Nach Angaben einer Sprecherin der Gemeinde sind ab einer Wohnfläche von 90 Quadratmetern zwei Stellplätze zu schaffen. Grundlage ist die Stellplatzsatzung des Marktes Roßtal. Zusätzlich sind vier öffentliche Parkplätze am Wendehammer vorgesehen, die vor allem Besuchern dienen sollen.
Eine Stellplatzablöse wird für das Baugebiet nicht in Aussicht gestellt. Das bedeutet: Bauherren sollen sich nicht von der Pflicht zur Herstellung von Stellplätzen freikaufen können. Die Herstellung der Stellplätze sei den jeweiligen Baugrundstücken aber grundsätzlich möglich.
Roßtals Erster Bürgermeister Rainer Gegner erklärt dazu: «Mit dem neuen Baugebiet „Weinleite“ schließen wir die Lücke in der bestehenden Bebauung und schaffen damit eine städtebaulich sinnvolle Abrundung des Wohngebiets. Besonders freut mich, dass wir dadurch neuen Wohnraum für Familien schaffen können. Gleichzeitig war uns wichtig, die Interessen der bestehenden Anwohner zu berücksichtigen: Durch den Verzicht auf Stellplatzablösen wird sich die Parksituation vor Ort nicht verschlechtern.»
Vor der Erschließung sind auch Arbeiten an der Entwässerung vorgesehen. Das neue Baugebiet «Weinleite» soll im Trennsystem entwässert werden. Dabei werden Schmutzwasser und Regenwasser getrennt abgeleitet. Der Schmutzwasserkanal des Neubaugebiets soll an den bestehenden Mischwasserkanal in der Straße «Am Hopfengarten» angeschlossen werden. Ein Regenwasserkanal ist dort derzeit nicht vorhanden.
Vorgesehen sind deshalb die Erneuerung des Mischwasserkanals in der Straße «Am Hopfengarten» sowie der Neubau eines Regenwasserkanals ab der Pelzleinstraße bis zum Neubaugebiet. Dieser soll an den bestehenden Regenwasserkanal in der Pelzleinstraße angeschlossen werden.
Nach Angaben des Marktes ist der vorhandene Mischwasserkanal bereits im Bestand hydraulisch überlastet und baulich in einem schlechten Zustand. Durch die Erneuerung sollen die bestehenden hydraulischen Probleme gelöst werden. Zugleich werde damit eine langfristig gesicherte Erschließung des Bestands gewährleistet. Auch ein mögliches Nachverdichtungspotenzial der anliegenden Grundstücke werde dadurch unterstützt.
Nach Herstellung der Entwässerungsanlagen und nach Bebauung des neuen Wohngebiets ist vorgesehen, die Straße «Am Hopfengarten» grundlegend zu sanieren.
Für die anliegenden Grundstückseigentümer des bestehenden Wohngebiets entstehen nach Angaben des Marktes Roßtal durch diese Infrastrukturmaßnahmen keine Kosten. Für die Erneuerung des bestehenden Mischwasserkanals sollen Fördermittel nach den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben beantragt werden.

