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Machtwechsel im Rathaus: Zirndorf wählt nach acht Jahrzehnten die SPD ab – Triumph für OB Jung in Fürth

8. März 2026
Hat allen Grund zur Freude: Fürths OB Dr. Thomas Jung bleibt im Amt und holt über 70 Prozent. (Foto: Jan Frankowski)Hat allen Grund zur Freude: Fürths OB Dr. Thomas Jung bleibt im Amt und holt über 70 Prozent. (Foto: Jan Frankowski)

Die Wähler haben entschieden und sorgen für einige Überraschungen in der Region. Während in Fürth Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung sein Amt souverän verteidigt, gleicht das Ergebnis in Zirndorf einem politischen Erdbeben. Dort endet eine über acht Jahrzehnte währende Ära der SPD. Auch in Stein gerät der amtierende Bürgermeister unter Druck. In mehreren Gemeinden stehen am 22. März spannende Stichwahlen an.

In Zirndorf steht ein historischer Wechsel an der Rathausspitze fest. Der bisherige Erste Bürgermeister Thomas Zwingel von der SPD war nach 20 Amtsjahren nicht mehr angetreten. Seine Partei erlebte bei der Wahl jedoch ein Debakel und verpasste den Einzug in die Stichwahl komplett. Damit verliert die SPD die Führung im Rathaus, die sie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ununterbrochen innehatte. Die Wähler schicken stattdessen Marcus Spath von der Zirndorfer Bürgergemeinschaft und Tom Hesselberger von der CSU in die entscheidende Runde. Spath holte im ersten Wahlgang 31,0 Prozent der Stimmen, Hesselberger landete bei 22,9 Prozent. Wer von beiden das Amt künftig übernimmt, entscheidet sich in zwei Wochen.

Ein ähnlich dramatisches Bild zeichnet sich in der Stadt Stein ab. Der langjährige Bürgermeister Kurt Krömer von der Steiner Bürgergemeinschaft muss um sein Amt zittern. Er geht als Zweitplatzierter in die Stichwahl. Sein Herausforderer Bertram Höfer von der CSU erzielte 42,28 Prozent der Stimmen. Krömer kam auf 32,11 Prozent.

In Ammerndorf wird Marlen Laurien Erste Bürgermeisterin. Die Politikerin der SPD sicherte sich mit 51,5 Prozent knapp die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang und übernimmt damit das Ruder im Rathaus.

In Oberasbach war die Ausgangslage bereits vor der Wahl besonders, da die bisherige Amtsinhaberin Birgit Huber nicht mehr antrat. Um ihre Nachfolge bewerben sich nun Marco Haas von der CSU und Thomas Diebenbusch, der für die Grünen und Freien Wähler kandidiert. Haas sicherte sich 37,3 Prozent, Diebenbusch kam auf 32,8 Prozent. Auch hier fällt die Entscheidung erst Ende März.

Zwei weitere Kommunen blicken gespannt auf die Stichwahl. In Langenzenn treten Christian Ell von der CSU mit 37,9 Prozent und Michael Kimberger von den Grünen mit 23,5 Prozent gegeneinander an. In Wilhermsdorf kämpfen Patrizia Fierus von der CSU mit 36,8 Prozent und Alexandra Zipfel von den Freien Wählern mit 32,6 Prozent um das Bürgermeisteramt. In Cadolzburg fand in diesem Jahr turnusgemäß keine Bürgermeisterwahl statt.

Neben den spannenden Duellen gab es in vielen Orten klare Bestätigungen oder deutliche Siege im ersten Anlauf. In der Stadt Fürth gab es erwartungsgemäß keine Überraschung: Dr. Thomas Jung von der SPD bleibt mit sicherer Mehrheit Oberbürgermeister. In Großhabersdorf fuhr Thomas Zehmeister von der CSU mit 78,3 Prozent ein überragendes Ergebnis ein. Rainer Gegner von der SPD überzeugte in Roßtal mit 68,9 Prozent der Wähler. Thomas Ziegler von den Aktiven Bürgern Tuchenbach holte in seiner Gemeinde starke 63,7 Prozent.

Weitere Wahlsieger des Abends sind Alexander Dörr von den Freien Wählern in Puschendorf mit 60,7 Prozent – die Amtsinhaberin Erika Hütten wurde hier abgewählt – und Sebastian Rocholl von der SPD in Seukendorf mit 54,4 Prozent. Bernd Zimmermann von der CSU gewann in Obermichelbach mit 52,9 Prozent. Auch Marco Kistner von der CSU verteidigte in Veitsbronn sein Amt erfolgreich mit 52,6 Prozent der Stimmen.

Die Bürger in Zirndorf, Stein, Oberasbach, Langenzenn und Wilhermsdorf sind am Sonntag, dem 22. März 2026, erneut zur Stimmabgabe aufgerufen.