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Zirndorfer Zeitgeschichte zum Mitnehmen: Kirchengemeinde sucht Abnehmer für riesige Zifferblätter

9. März 2026 ,
Die alten Zifferblätter der Turmuhr von St. Rochus (1,80 Meter Durchmesser) werden nach 50 bis 60 Jahren ersetzt – Interessenten können die Metall-Exponate erwerben. (Foto: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Zirndorf)Die alten Zifferblätter der Turmuhr von St. Rochus (1,80 Meter Durchmesser) werden nach 50 bis 60 Jahren ersetzt – Interessenten können die Metall-Exponate erwerben. (Foto: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Zirndorf)

Wer hat Platz für ein Stück Geschichte mit 1,80 Metern Durchmesser? Vor dieser kuriosen Frage steht derzeit die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Rochus in Zirndorf. Im Zuge der Sanierung des Kirchturmdachs müssen die vier markanten Zifferblätter der Turmuhr ersetzt werden. Da die alten Exemplare aus Metall mit ihren vergoldeten Ziffern nach rund 50 bis 60 Jahren ausgedient haben, sucht der Kirchenvorstand nun nach Interessenten, die Verwendung für diese ungewöhnlichen Exponate haben.

Das Angebot stößt bereits auf Resonanz in der Bevölkerung. Laut Angaben von Pfarrer Matthias Raidel gegenüber „Fürth Aktuell“ haben sich erste Interessenten gemeldet, wobei die Vorstellungen weit auseinandergehen. Während einige Bürger ein komplettes Zifferblatt als dekoratives Element erwerben möchten, gibt es auch Anfragen für einzelne Fragmente, wie etwa eine bestimmte vergoldete Ziffer. Dieser Verkauf ist nicht nur eine Chance für Sammler, sondern dient auch einem ernsten Zweck: Die Kirchengemeinde muss für die Neuanschaffung der vier neuen Zifferblätter rund 22.000 Euro aufbringen. Ohne diese Summe oder entsprechende Spenden würde der Turm künftig ohne Zeiger und Ziffern dastehen.

Die Notwendigkeit des Austauschs kam durch Zufall ans Licht. Erst durch die Einrüstung des Turms für Sanierungsarbeiten an den Ziegeln im letzten Spätsommer wurde bei genauer Betrachtung sichtbar, dass Wetter und Temperaturunterschiede dem Material stark zugesetzt hatten. Vom Kirchplatz aus war dieser Zustand nicht erkennbar. Da Gerüste an Kirchtürmen hohe Summen kosten, empfahl das Staatliche Bauamt Nürnberg-Erlangen, die Gelegenheit zu nutzen. Da die Neuanfertigung nur wenig mehr als eine Restaurierung kostet, entschied sich der Kirchenvorstand für neue Modelle. Diese sind bereits fertiggestellt und wurden exakt nach dem Vorbild der alten angefertigt. Sobald die witterungsbedingt verzögerten Putzarbeiten am Turm abgeschlossen sind, werden die neuen Zifferblätter montiert.