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Wechsel im Metzgerhandwerk: Fürther Konrad Ammon zum Ehrenobermeister ernannt

27. April 2026 ,
Wechsel an der Spitze der Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte: Manfred Weber wurde zum neuen Obermeister gewählt, Konrad Ammon nach 30 Jahren im Amt zum Ehrenobermeister ernannt. (Foto: Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte)Wechsel an der Spitze der Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte: Manfred Weber wurde zum neuen Obermeister gewählt, Konrad Ammon nach 30 Jahren im Amt zum Ehrenobermeister ernannt. (Foto: Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte)

Wenn ein prägendes Gesicht eines Traditionshandwerks nach exakt drei Jahrzehnten die vorderste Reihe verlässt, markiert dies einen tiefen Einschnitt. Bei der Fleischer-Innung Mittelfranken-Mitte vollzieht sich aktuell genau dieser Wandel. Auf der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder den 58 Jahre alten Manfred Weber aus Lauf einstimmig zum neuen Obermeister. Er folgt auf Konrad Ammon, der sich mit 69 Jahren aus dem sehr fordernden Ehrenamt etwas zurückziehen möchte. Für seine 30-jährige Amtszeit wurde der Fürther von der Versammlung umgehend zum Ehrenobermeister ernannt.

Weber, der seit 1994 seinen eigenen Betrieb im Herzen von Lauf führt, fand lobende Worte für seinen Vorgänger. Die Amtsführung Ammons sei stets modern und vorausschauend gewesen. Ammon habe in seinem Burgfarrnbacher Betrieb sowie in der Berufsstandsvertretung immer auf den Nachwuchs gebaut, was Weber mit dem Leitgedanken «denn die sind unsere Zukunft» unterstrich. Auch in der künftigen Innungsarbeit will Weber die großen Fußstapfen nach Kräften ausfüllen und forderte seine Kollegen auf, Probleme immer offen anzusprechen. Der neue Chef bringt umfassende Erfahrung mit. Neben seiner Tätigkeit als Handwerksmeister und Arbeitgeber von 25 Mitarbeitern engagiert er sich als politischer Mandatsträger der CSU und betreibt eine landwirtschaftliche Schweinemast. Innungsluft schnupperte Weber bereits viele Jahre als Obermeister in Lauf-Hersbruck und zuletzt als Stellvertreter in der mittelfränkischen Organisation. Ohne das Engagement von Konrad Ammon stünde das Traditionshandwerk heute nicht so gut da, erklärte Weber.

Konrad Ammon verabschiedete sich sichtlich bewegt und erklärte, dass ihn die Zeit im Ehrenamt maßgeblich geprägt habe. Man habe in all den Jahren mit Mut und Ideen vieles gemeinsam organisiert, diskutiert und auch improvisiert. Der gelernte Fleischer, der 1980 mit 23 Jahren seinen Meistertitel erwarb und den 1906 gegründeten Familienbetrieb an der Würzburger Straße im Jahr 1991 übernahm, blickt auf eine eindrucksvolle Laufbahn zurück. Von der Führung der Fürther Innung über die Geschäftsführung des Metzgerschlachthofs bis hin zur Vizepräsidentschaft im Deutschen Fleischer-Verband vertrat er überregional die Interessen seiner Zunft. Im Jahr 2024 würdigte Ministerpräsident Markus Söder diesen Einsatz mit dem Bayerischen Verdienstorden.

Dass Ammon nicht nur strategisch, sondern auch menschlich Spuren hinterlässt, bestätigte der stellvertretende Obermeister Stefan Wolf, der die sympathische Art der Zusammenarbeit lobte. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Thomas Mörtel, erinnerte an Meilensteine wie das Zirndorfer Kulinarium, 17 Schlachthof-Feste und den Ausbau politischer Netzwerke bis in die Ministerien. Ammon selbst betonte, er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein Teil von ihm werde stets mit der künftigen Arbeit der Innung verbunden bleiben.

Um den neuen Obermeister schart sich ein bewährtes Team. Bei den Vorstandswahlen wurden Stefan Wolf und Stephan Emmert als Stellvertreter im Amt bestätigt. Die Betreuung der Auszubildenden obliegt weiterhin Max Ammon und Thomas Hubbes. Claus Steiner kümmert sich um die Immobilien, während Georg Meyer, Stefan Siemandel und Markus Wendler als Beisitzer fungieren. Die Kassenprüfung übernehmen künftig Sabine Fischer und Thomas Frauenknecht, während Sven Freyberger als Beisitzer ausschied.